NPD- Kandidatenkür für Leipziger Stadtrat mit Bundes-Parteichef Udo Voigt

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6.

Februar
2009
Freitag

An einem nicht genannten Ort, möglicherweise im "Nationalen Zentrum" in Lindenau, hat die Leipziger NPD am Freitag, den 6. Februar, ihre Kandidaten für die Stadtratswahl im Juni sowie die Direktkandidaten für die Landtagswahl im August gekürt. Dies gibt die Partei eine ganze Woche später im Internet bekannt.

Gemäß der Verlautbarung sollen in allen zehn Wahlbezirken NPD-Kandidaten antreten. Deren Namen werden in dem Bericht allerdings noch verschwiegen. Insofern bleibt abzuwarten, ob die Kandidatenliste tatsächlich "die Mitte unseres Volkes" widerspiegelt, wie es die Partei großspurig verkündet. Angeblich handele es sich um Vertreter jeder Alters- und Berufsgruppe - "vom 18-jährigen Auszubildenden bis zum Rentner", "[v]on der Hausfrau bis hin zum selbständigen Handwerker, Kraftfahrer, Angestellten, Architekten, Unternehmensberater". Anfang März will die NPD ihr kommunalpolitisches Programm in einer Mitgliederversammlung "zur Debatte" stellen "und anschließend auch im Weltnetz einsehbar" machen. Auf diese Weise soll bewiesen werden, dass "Volksverbundenheit und Bürgernähe [...] für die NPD keine bloßen Schlagworte sondern gelebte praktische Politik" sind.

Wichtiger als die Kandidatenkür an sich ist allerdings die Positionierung des Leipziger Kreisverbandes im gegenwärtigen Machtkampf um die Parteispitze. So hat sich Noch-Parteichef "Dipl.sc.pol. Udo Voigt" höchstselbst Zeit für einen Abstecher nach Leipzig genommen. Der Vorsitzende erzählte bei der Nominierungsveranstaltung nicht nur von seiner Teilnahme an "allen Leipziger Montagsdemonstrationen" im Oktober 1989, sondern bekannte auch, "selbst familiäre Wurzeln in Leipzig" zu haben. Wurzeln sind der NPD ja sehr wichtig.

Neben beschaulichen Rückblicken in die Vergangenheit gab Voigt aber auch Einblicke in die "gegenwärtige Personaldebatte in der Führungsspitze der NPD". Den Zeitpunkt für diese "Personalfragen" hält er angesichts der anstehenden Wahlkämpfe für falsch gewählt und vermutet dahinter "die Hand diverser staatlicher Dienst". Dieser Argumentation konnten sich die Leipziger "Parteikameraden" anscheinend nicht entziehen. Ihr "starker Beifall" bewies, so heißt es zumindest in der NPD-Verlautbarung, dass Voigts Plädoyer für "Einigkeit und Geschlossenheit als Voraussetzung für einen Wahlerfolg der volkstreuen Bewegung" bei ihnen gut ankam.

Quelle: 

NPD Leipzig (Bericht vom 13.02.2009), LinXXnet-Bericht vom 16.02.2009