NPD Sachsen unterstützt Neonazi-Aufmarsch gegen Demokratie und Individualismus

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6.

Oktober
2009
Dienstag

Gerade noch rechtzeitig, am 6. Oktober, veröffentlichte auch die NPD Sachsen auf ihrer Homepage den Aufruf für den Neonazi-Aufmarsch "Recht auf Zukunft" am 17. Oktober in Leipzig. Einleitend heißt es, dass diese "Demonstration freier Kräfte" auch von der sächsischen NPD unterstützt werde. Angemeldet wurde diese immerhin vom Landesvorsitzenden der NPD-Jugendorganisation JN ("Junge Nationaldemokraten"), dem Leipziger Tommy Naumann.

Die als Organisatoren genannten "Nationalen Sozialisten aus Leipzig" werben im Internet bereits seit Monaten für den Aufmarsch. Die NPD Sachsen verlinkt nun auch auf ein Mobilisierungsvideo der Leipziger Jung-Nazis. Einige der darin auftauchenden Protagonisten waren laut Berichten von Augenzeug_innen an dem Überfall militanter Neonazis auf Fans der BSG Chemie Leipzig am 4. Oktober beteiligt.

Der Aufruf enthält unverhülltes faschistisches und nationalsozialistisches Gedankengut. Ein Beispiel von vielen ist diese Passage:

Nur wenn wir als Volk frei werden, haben wir die Chance auf eine Zukunft. Für uns bedeutet das Selbstbestimmung und Souveränität als Grundrechte für unser Volk; als Rechte für eine freie Gestaltung unserer Zukunft und unseres völkischen Lebens! Nur mit diesen Grundrechten erhält auch der Einzelne als Glied in einer unerschütterlichen Volksgemeinschaft seine Freiheit zurück.

Ganz gemäß dem historischen Vorbild wird in antisemitischer Manier gegen die "volksfeindliche, kapitalistische Zinsdiktatur" sowie die "Geißel des Zinses und Zinseszins" gewettert und über die "Pestilenz heutiger materialistischer Ersatz'kulturen', die im Zeichen von Verfall, Dekadenz und entarteter volksfremder Künste stehen", gejammert. Auch "internationalistische Menschenrechtsideologie" und "entwurzelte Weltenbürger" sagen den Aufrufenden nicht zu. Wie sich schließlich die Klage über "demokratische Ideologie" und das "Kreuzchenmachen" damit verträgt, dass die NPD erst vor kurzem stolz ihren Wiedereinzug in den sächsischen Landtag gefeiert hat, wird wohl das Geheimnis der Partei bleiben.

Quelle: 

NPD Sachsen vom 06.10.2009