Nach Pegida-Demo: Nazi greift Gegendemonstranten mit Messer an

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19.

Oktober
2015
Montag

Montagabend nach der Pegida-Demonstration in Dresden fuhren Gruppen von Neonazis und Gegendemonstrant_innen mit dem Regionalzug und mit Bussen zurück nach Leipzig. Nach Ankunft beider Gruppen kam es am Hauptbahnhof zu einem Angriff der Neonazis auf die Antira-Aktivist_innen, bei denen einer der Neonazis ein Messer einsetzt. Erst wenige Tage zuvor war die Kölner OBM-Kandidatin Henriette Reker im Wahlkampf bei einem Messerangriff durch einen Neonazi schwer verletzt worden. Anders als im Kölner Fall ließ die Leipziger Polizei den Täter laufen.

Augenzeug_innen berichten, dass eine Gruppe von Gegendemonstrant_innen, die kurz zuvor ebenfalls aus Dresden zurückgekehrt war, den Hauptbahnhof verlassen wollte, als der langjährige Neonaziaktivist Kevin D. das Gebäude betrat und ein Messer zückte. Der Angreifer soll damit mehrere Personen direkt angegangen, glücklicherweise aber niemanden verletzt haben. Die übrigen Pegida-Anhänger griffen wenige Sekunden später mit Fahnenstangen an und teilten Tritte aus.

Das Geschehen ist auch in einem Video dokumentiert. Ansatzweise ist darin die bedenkliche Reaktion der Polizei zu erkennen: Sie jagte die Angegriffenen aus dem Gebäude und setzte Pfefferspray ein. Von den aggressiven Neonazis wurden dagegen nicht einmal Personalien aufgenommen. So konnte auch der Angreifer Kevin D. unbehelligt davonziehen. Er soll am selben Tag bereits am Rande des Pegida-Aufmarsches Gegendemonstrant_innen angegriffen haben.

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