Polizei-Direktion Westsachsen missachtet erneut Pressekodex-Richtlinien

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25.

Januar
2011
Dienstag

In ihrer täglichen Presseinformation erwähnt die Polizeidirektion Westsachsen erneut grundlos die (mutmaßliche) nicht-deutsche Staatsangehörigkeit von Tatverdächtigen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Borna (Kohren-Sahlis, OT Altmörbitz, Kreuzallee) wird unter der Überschrift "Täter gestellt" von "zwei tschechische(n) Männer(n)" berichtet, die während eines angeblichen Diebstahls von "Stahlschrott aus einem unverschlossenen Container" von der Polizei gestellt wurden.

Die in der Pressemitteilung aufgeführte Tat steht jedoch in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen, so dass der Hinweis nicht zum Verständnis beiträgt. Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit nicht-deutscher Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

In diesem Sinne wird die Polizeimeldung auch von den Neonazis des "Freien Netz Geithain" dankbar aufgenommen. In einer Twitter-Meldung nutzen sie die Information zur rassistischen Hetze gegen Tschechen.