Polizei verhindert neonazistisches Konzert

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13.

Januar
2018
Samstag

Neonazis versuchen am Samstagabend im Leipziger Stadtteil Schönefeld ein neonazistisches Konzert durchzuführen. Im genutzten Gebäude trainiert seit einiger Zeit das rechte "Imperium Fight Team" (Hintergründe 2015 und 2016). Die Polizei verhindert das Konzert. Geplant waren Auftritte der Bands „Frontfeuer" (Brandenburg), „Legion of Thor" (Berlin), „Heiliger Krieg" (Sachen) und „DST" (Berlin). Als die Polzei am Veranstaltungsort eintrifft, hat das Konzert noch nicht begonnen und ca. 70 Personen warten auf Einlass. "Die Polizei sprach den Besuchern des Festivals Platzverweise aus, ebenso den Musikern. Alle Hallenzugänge seien anschließend mit einem Siegel verschlossen worden." (LVZ 15.01.2018).

In der Kamenzer Straße 10 befand sich bis zum Mai 1945 ein Außenlager des KZ Buchenwald. In diesem waren von Sommer 1944 bis April 1945 über 5.000 weibliche KZ-Gefangene untergebracht, die für den Rüstungsbetrieb HASAG Granaten, Munition und Panzerfäuste herstellen mussten. Im April 1945 wurden sie von dort aus, zusammen mit Gefangenen anderer Lager, auf die sogenannten Todesmärsche geschickt.
Eine Gedenktafel, welche an die Todesopfer erinnert, wird regelmäßig zerstört (23.08.2010, 09.10.2010, 29.01.2011, 21.07.2013, 01.01.2015, 01.01.2017). Bereits 2008/2009 fanden im Objekt neonazistische Konzerte statt.

Quelle: 

LVZ 15.01.2018 "Leipziger Polizei verhindert rechtsextremes Musikfestival", Pressemitteilung der Polizeidirektion Leipzig vom 15.01.2018: "Verhinderung einer rechtsextremistischen Musikveranstaltung", Antifa in Leipzig 01.09.2017 "Wurzen: Altbekannte Nazis und neue Verstrickungen", Ladenschlussbündis 2009 "Neonazikonzerte in einem ehemaligen KZ-Außenlager…",
kleine Anfrage "Aktivitäten der extremen Rechten in Sachsen im Monat Januar 2018" von Kerstin Köditz