Professor der Universität Leipzig träumt von weißem Europa

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13.

November
2017
Montag

Thomas Rauscher, Juraprofessor an der Universität Leipzig, teilt auf seinem privaten Twitter-Account einen Zeitungsartikel zu einem nationalistischen Aufmarsch zum Unabhängigkeitstag in Polen mit dem Kommentar: "Polen: "Ein weißes Europa brüderlicher Nationen". Für mich ist das ein wunderbares Ziel!". Bei der Demonstration in Warschau marschierten Zehntausende Ultranationalisten, Neofaschisten und Neonazis mit. Der zitierte Tweet war einer der Parolen. Zudem postet er: "Wir schulden den Afrikanern und Arabern nichts. Sie haben ihre Kontinente durch Korruption, Schlendrian, ungehemmte Vermehrung und Stammes- und Religionskriege zerstört und nehmen uns nun weg, was wir mit Fleiß aufgebaut haben." Aufgrund der Aufmerksamkeit seiner Äußerungen löscht er seinen Twitter-Account.

Bereits im Dezember 2015 sowie im Januar 2016 verbreitete Rauscher über seinen Twitter-Account rassistische und islamfeindliche Statements, die eine ideologische Nähe zur Neuen Rechten und Pegida Nahe legen.

Bereits 2016 distanzierte sich die Universitätsleitung von Professor Rauschers Aussagen, wies jedoch darauf hin, dass es sich um seine privaten Einstellungen handele, die unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen, solange sie nicht im Konflikt mit seiner Tätigkeit als Lehrender stehen. Wegen der neuesten Aussagen im Herbst 2017 schloss die Universitätsleitung Disziplinarmaßnahmen jedoch nicht aus.

Zudem formiert sich Protest unter den Studierenden. So fand am 21. November eine Kundgebung im Innenhof der Universität statt, an der bis zu 900 Menschen teilnahmen.

Quelle: 

LVZ-Online vom 16.11.2017: "Uni Leipzig: Jura-Professor twittert vom „weißen Europa“ und kommt unter Druck"