Querfront-Werbung in Kreuzer-Beilage

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28.

Februar
2018
Mittwoch

Das Leipziger Monatsmagazin Kreuzer gibt jedes Jahr zur Buchmesse eine Beilage mit dem Titel "logbuch" heraus. In dieser werden einige Bücher vorgestellt, welche zur Buchmesse erscheinen. Neben redaktionellen Artikeln beinhaltet das logbuch ebenfalls Werbeanzeigen, die vorrangig von Verlagen genutzt werden. Eine Anzeige bewirbt das zur Buchmesse erscheinende Buch "Die Rechts/Links-Verwirrung" von Fritz Erik-Hoevels, welches vom Ahriman-Verlag veröffentlicht wird. Im Ankündigungstext wird die heutige Linke mit der SA verglichen und postuliert, dass "bei Vergewaltigungen auf die Rasse der Täter" geschaut und "für die Geschlechtszugehörigkeit Extrawürste verlangt" werden. Im Gegenzug dazu wird die politische Rechte als Verteidiger des aktuellen "Lebensstandards" aufgeführt. Der Ankündigungstext argumentiert somit - wie auch der Ahriman-Verlag, in welchem das Buch erscheint - im Sinne einer Querfront-Strategie, in welcher nicht mehr inhaltliche Differenzen ausschlaggebend für eine politische Positionierung sind, sondern vermeintliche Bedrohungen von Außen oder einer fremdgesteuerten Elite. Diese werden genutzt, um scheinbar gegensätzliche Positionen (rechts und links) zu verwischen und ein gemeinsames Feinbild zu konstituieren.
Der Ahriman-Verlag beschreibt seine Schwerpunkte selbst bei „klassischer Psychoanalyse und orthodoxem Marxismus“. Obwohl er sich selbst links verortet fallen seine Publikationen u.a. durch Antiamerikanismus und Antisemitismus auf. So rühmt er sich, der Verlag zu sein, bei dem die meisten jüdischen Autoren gemäß des NS-Rassegesetz seit 1945 publizierten. Dass durch diese Kategorisierung Antisemitismus und Rassismus reproduziert wird, wird scheinbar in Kauf genommen.
Der Verlag solidarisierte sich in einer Erklärung mit den rechten Verlagen auf der Frankfurter Buchmesse. So heißt es in der Erklärung in klassischer Täter-Opfer-Umkehr: „zum ersten Mal seit 1933 sind auf der letzten Frankfurter Buchmesse Verleger physisch bedroht, Verlage überfallen und Bücher vernichtet worden. Vielleicht waren auch Sie Zeugen solcher Szenen, die plastisch veranschaulichten, wie es im unmittelbaren zeitlichen Vorfeld der "Machtergreifung" der Nazis zugegangen sein mußte. Auch diesmal waren die Täter dazu ermutigte staatsalimentierte Schläger, jetzt der "Anti"FA, und staatsnahe bis -eigene "NGO"s an der langen Leine des US-Milliardärs Soros (Amadeu Antonio Stiftung etc.).“
Flyer für die Veranstaltung werden in der ganzen Stadt verteilt. Plakate gezielt an oder in die Nähe von Hausprojekten geklebt.

Quelle: 

chronik.LE