Radiomoderator verunglipmft Geflüchtete

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16.

September
2020
Mittwoch

Der Moderator von Radio Leipzig, André Hardt, verunglimpft in einer Radiosendung Geflüchtete auf Moria. Er vergleicht diese mit einem Fremden, der bei einer hilfsbereiten Familie im Gästezimmer wohnen könne und dann aber auch das Schlaf- und Wohnzimmer fordere. Als die Gastfamilie ihm dies nicht zugesteht, zündet er - der Erzählung folgend - das Zimmer einfach an. Die Analogie, die der Moderator zieht, geht davon aus, dass Geflüchtete das Camp in Moria selbst angezündet hätten und überträgt das auf alle Geflüchteten vor Ort. Die menschenunwürdige Unterbringung, mangelhafte Verpflegung und der unzureichende Schutz vor Covid-19 spielen in dieser Betrachtung keine Rolle. Geflüchtete werden vielmehr homogenisiert und als kriminell dargestellt. Angesichts des europäischen Umgangs mit den Geflüchteten in Moria könnte eine solche Analogie nicht ferner von der Realität entfernt sein.