Rassistische und antisemitische Parolen bei C-Jugendfußballspiel (Wurzen)

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17.

Mai
2007
Donnerstag

Beim C-Jugend-Spiel der Wurzener Fußballmannschaft „Frisch Auf“ gegen Fortuna Chemnitz kam es zu Ausschreitungen, die von lautstarken Parolen begleitet wurden. So beschimpften ca. 30 Fans der Wurzener Mannschaft in rassistischen und antisemitischen Sprechchören Spieler des Teams aus Chemnitz und gaben affenähnliche Laute von sich.

Die mutmaßlich neonazistischen Fans gröhlten auch das so genannte U-Bahn-Lied ("Wir bauen eine U-Bahn, von XY bis Auschwitz.") und versuchten sich zu einem Hakenkreuz zu formieren. Auch die Schiedsrichter_innen wurden antisemitsch beschimpft. Das Spiel musste mehrfach unterbrochen werden. Der Forderung nach einem erkennbaren Ordnungsdienst, eine Aufgabe des Gastgebervereins, wurde nicht nachgekommen. Die spielleitende Schiedsrichterin Weigel protokollierte die Ereignisse in einem Sonderbericht.

Betreuer und Trainer der Wurzener bagatellisierten im Anschluss die Ereignisse und äußerten den Schiedsrichter_innen gegenüber, dass diese das Geschehen nicht so hochspielen sollen, da ja niemand zu Schaden gekommen sei. Ebenso solle der Spielbericht nicht so scharf verfasst werden, da der DFB derzeit heiß auf solche Geschichten sei.

Erst nach dem Spiel konnte durch einen Schiedsrichter die Polizei informiert werden, da ihm dies durch Drohungen seitens der Wurzener Betreuer zuvor nicht möglich war. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz. Täter und Verein müssen sich zudem vor dem Sportgericht verantworten, einer der Täter wurde gesperrt. Erst auf Druck durch lokale und bundesweite Öffentlichkeit wurden weitere Beteiligte vom ATSV-Vorstand sanktioniert und Konzepte gegen Rassismus und Neonazismus ins Auge gefasst.