Rassistische Diskriminierung durch Jobvermittlungsagentur

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17.

März
2013
Sonntag

Die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt sind rau. Seit der Einführung von "Hartz IV" geht die staatliche Arbeitsvermittlung mit zahlreichen Sanktions- und Zwangsmitteln einher, die arg am Gedanken einer menschenwürdigen staatlichen Arbeitslosenfürsorge zweifeln lassen. In diesem Feld tummeln sich darüber hinaus auch immer mehr private Arbeitsvermittlungen - nicht unbedingt mit einem menschenwürdigeren Ansatz wie das folgende Beispiel nahelegt.

Menschen, die an der Beschäftigungssimulation der „Arbeitsagenturen“ wenig Interesse haben, oder die menschenverachtende Realität der Zwangs- und Sanktionsmaßnahmen nicht auch noch selbst unterstützen wollen, haben es diesbezüglich schwer. Das zeigt der Brief einer privaten Arbeitsvermittlung, den eine Betroffene chronik.LE zugespielt hat. Neben allerlei wüsten Beschimpfungen enthält der Brief eine rassistische Stereotypisierung der Betroffenen. Diese war zu einem Vorstellungstermin bei jener privaten Arbeitsvermittlung nicht erschienen, woraufhin sie folgende Antwort erreichte: „Vielleicht ist das ja in Ihrer Heimat so üblich, hier in Deutschland geht man üblicherweise anders miteinander um“. Grundlage für diese kleine, rassistische Mutmaßung dürfte der Vorname der Betroffenen sein, der dem privaten Arbeitsvermittler wohl nicht deutsch genug war.

Weiter im Text scheint der private Arbeitsvermittler den sozialdarwinistischen Gedanken verinnerlicht zu haben, der dem Zwangssystem des staatlich subventionierten „Fördern und Fordern“ innewohnt. Das alte Motto: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ bedeutet in diesem Fall: „Wer nicht zu meinen Terminen erscheint, soll bestraft werden“. Und so kündigt der private Arbeitsvermittler in seiner Wut an, die Betroffene bei der Arbeitsagentur zu denunzieren – was natürlich heißt, das sie für das Nichterscheinen von der Behörde bestraft werden soll. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Bedürfnis nach autoritärer Zurechtweisung der Frau durch die diskriminierende Grundhaltung zusätzlich bestärkt wird, die in der rassistischen Unterscheidung von vermeintlichen deutschen und nicht-deutschen Eigenschaften ersichtlich wird.

Quelle: 

chronik.LE