Rassistische Hetze bei Informationsveranstaltung zu zukünftiger Asylsuchendenunterkunft in Meusdorf

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1.

September
2016
Donnerstag

Die Stadt Leipzig plant für Februar 2017 die Eröffnung einer neuen Unterkunft für Asylsuchende in der Höltystraße Straße in Leipzig-Meusdorf. Die Ausführungen vom zuständigen Sozialbürgermeister Fabian und Sozialamtsleiterin Kador-Probst während einer Informationsveranstaltung zum geplanten Bau wurden immer wieder durch hämisches Gelächter und Zwischenrufe von Zuhörer_innen unterbrochen. Die Mehrzahl der Fragen stellenden Anwohner_innen äußerten sich in der nachfolgenden Fragerunde rassistisch. So wurde die "Unterwerfung unter eine fremde Kultur" und eine damit einhergehende "Entrechtung" herbeifantasiert. Als eine Anwohnerin ihre Frage mit der Aussage "Ich bin nie gegen Ausländer gewesen." zu relativieren versuchte rief eine andere Person laut "Ich schon". Die Investitionen in die Unterkunft wurden den Investitionen für Schulen und älteren Menschen gegenübergestellt und delegitimiert. Als sich eine Person nach Unterstützungsmöglichkeiten für Asylsuchende im Stadtteil erkundigte wurde dies mit lautem Lachen quittiert. Anwesende Antirassist_innen wurden als "Kanacken" bezeichnet und körperliche Gewalt angedroht.
Vor der Veranstaltung wurden bereits Flyer mit tendenziösen Fragen verteilt, welche die Stimmung gezielt beeinflussen sollten.
Im Januar dieses Jahres hat es bereits einen versuchten Sprengstoffanschlag auf die geplante Unterkunft gegeben.

Quelle: 

chronik.LE