Rassistische Thesen in Wurzener Kirche vorgestellt

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7.

Mai
2018
Montag

Die rechte Bürgerinitiative „Neues Forum für Wurzen“ führt in der Wurzener Wenceslaikirche eine Veranstaltung mit Professor Dr. Richard Schröder durch, welcher mit Gunter Weißgerber und Eva Quistorp zusammen das Buch „10 Thesen für ein weltoffenes Deutschland“ verfasst hat. Das Buch strotzt dabei - entgegen seines Titels - vor rassistischen und pauschalisierenden Aussagen.

So behauptet Richard Schröder, dass "seit 2015 jeden Tag in Deutschland ein Messer aufklappt." Dies habe natürlich nichts mit Ausländern zu tun, man könnte jedoch in manchen Städten nachts nicht mehr auf die Straße gehen. Außerdem fügt er hinzu, dass 70 Prozent der Migrant_innen ihre Ausbildung abbrechen würden und die Mehrheit von ihnen sowieso dafür nicht geeignet wären. Dies seien von den "volkspädagogischen Medien" unterdrückte Wahrheiten.

Im Buch folgen die Autor_innen der These, es gäbe einen "Geburtenüberschuss in Nahost, Mittelost und Afrika" und unterscheiden zwischen Asylsuchenden und Wirtschaftsflüchtlingen, die ihre Identität verschleiern. "Familienzusammenführung" ist im Sinne der Autor_innen die Rückführung von Geflüchteten in ihre Heimatländer. Menschen, die Zuwanderung als Konkurrenz wahrnehmen, würden zu Unrecht als Nazis oder Rassisten beschimpft.

Aus dieser Perspektive formulieren die Autor_innen Forderungen: Geflüchtete seien in Lagern unterzubringen und von grundlegenden Freiheitsrechten auszuschließen. Viele Migrant_innen würden schließlich denken "die Deutschen kann man leicht betrügen" und würden, wenn sie sich frei bewegen könnten, untertauchen.

Das „Neue Forum für Wurzen“ macht sich die Thesen des Buches zu eigen und verwendet sie als eine Art Selbstverständnis.

Quelle: 
  • chronik.LE
  • Facebook-Seite "Neues Forum für Wurzen"