Rassistischer Anti-Asyl-Aufmarsch in Eilenburg

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7.

März
2015
Samstag

Die JN-Tarninitiative "Unser Eilenburg" veranstaltete am Sonnabendnachmittag in Eilenburg einen Aufmarsch unter dem Motto "1. Spaziergang für eine angemessene Asylpolitik". Unter "angemessener Asylpolitik" verstehen die Spaziergänger/innen alles andere als eine noch zu schaffende Willkommenskultur. Dies erschließt sich bei Betrachtung des Anmelders, der Redner und des Publikums. Unter den etwa 120 Teilnehmenden befanden sich neben klar der Neonazi-Szene zuordnenbaren Personen auch einzelne Bürger_innen, welche die rassistischen Inhalte der Initiative unterstützen.

Angemeldet wurde der "Spaziergang" durch den örtlichen NPD-Stadtrat und sächsischen JN-Vorsitzenden Paul Rzehaczek. Offiziell soll es sich aber um keinen NPD-Aufmarsch gehandelt haben. Bei einer Bürgerversammlung zum Thema Unterbringung von Asylsuchenden wenige Tage zuvor hatte ein weiterer Neonazi für die Teilnahme an dem Aufmarsch geworben. Als Redner betätigten sich neben Rzehaczek dessen NPD-Fraktionskollege im Kreistag Jens Gatter sowie der Querfrontaktivist Stephane Simon aus Leipzig, der bereits bei verschiedenen "Friedensmahnwachen", Pegida- sowie "Endgame"-Aufzügen auftreten durfte.

Während ihres Zuges durch die Stadt führten die "Spaziergänger" ein Front-Transparent mit der Losung "Wir wollen kein Asylcontainerheim" sowie eine große Anzahl schwarz-rot-goldener Deutschland-Fahnen mit sich.