Rassistischer Kolonialhistoriker erklärt Betroffenen Rassismus

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4.

Dezember
2019
Mittwoch

Der Kolonialhistoriker Ulrich van der Heyden, der in der Vergangenheit durch rassismus-verharmlosende Äußerungen und Veröffentlichungen in rechten Medien von sich Reden gemacht hat, stellt in Leipzig sein neuestes Buch vor.
Der Thomasius-Club lädt den Autor in Unkenntnis seiner Positionen zu einer Lesung in das Café der Leipziger Universitätsbibliothek Albertina.
Auch nach einer Problematisierung der Positionen van der Heydens, wird an der Veranstaltung fest gehalten.

Während der Vorstellung seines neuen Buches zu Vertragsarbeit in der DDR, das im Leipziger Universitätsverlag erscheint, verleugnet van der Heyden durchweg Rassismus in der DDR. Zudem glorifiziert er die Lebensituation der gesellschaftlich und ökonomisch ausgegrenzten Vertragsarbeiter_innen. Der Autor beruft sich dabei vor allem auf die angeblich objektiven Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

Bei der anschließenden Diskussion widerspricht er einem mosambikanischen Zeitzeugen, der von seinen Ausgrenzungserfahrungen berichtet. Anschließend behauptet er, dass die Mehrheit der ihn Kritisierenden, wovon viele Rassismuserfahrungen machten, hätten im Gegensatz zu ihm noch nie "wirklichen" Rassismus erlebt. Viele der Betroffenen verlassen daraufhin entsetzt die Veranstaltung.