Relativierung der Shoa im Leipziger OBM-Wahlkampf

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1.

Februar
2020
Samstag

Über seine Facebook-Seite betreibt auch der Oberbürgermeisterkandidat der AfD, Christoph Neumann, Wahlkampf. In einem Post, der auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wird, echauffiert er sich über politischer Gegner_innen nach Ausschreitung bei einer linken Demonstration. In dem Beitrag wird den Demonstrierenden unterstellt mit dem Satz "Wir haben von nichts gewusst" zu argumentieren. In Klammern schreibt er dazu: "Warum fällt mir dieser Heuchler-Satz grade am Ausschwitz-Tag ein."
Die Aussage "Wir haben von nichts gewusst" bezieht sich auf die Behauptung der deutschen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg, sie hätten nichts von der massenhaften Ermordung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus mitbekommen. Die Relativierung der Shoa, indem sie in Bezug zu Aussagen zu einer Ausschreitung bei einer Demonstration herangeführt werden, verharmlost die Singularität der Verbrechen der Nazis.