Schkeuditz: Neonazis und Bürger_innen in Lichterkette vereint

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3.

März
2007
Samstag

Anlässlich des sogenannten „Falls Mitja“ im März 2007 führten Delitzscher und Schkeuditzer Neonazis eine Kampagne unter dem Motto „Schützt unsere Kinder! Sie sind unsere Zukunft“ durch.

Der Start der „Kampagne“ kann auf den 3. März datiert werden. An dem Tag organisierte ein örtlicher Sportverein eine Lichterkette, an der sich zwischen 500 und 700 Personen beteiligten - darunter mutmaßlich 80 Neonazis, die sich am Marktplatz trafen und anschließend einen Spontanaufmarsch entlang der Lichterkette durchführten. Dabei trugen sie ein Transparent mit der Aufschrift „Diese Stadt hat Pädophile satt“ mit sich, das mit dem dem Kürzel „B.I.S.“ („Bürgerinitiative Siegessäule Schkeuditz“) versehen war. Zusammen mit Bürger_innen wurde auffallend unauffällig der „elektrische Stuhl für Kinderschänder!“ gefordert.

Verwiesen sei hierbei auf den Artikel „Gemeinschaftserlebnis Kindermord“ der Initiative Gegen jeden Extremismusbegriff (Inex), in der das gemeinsame Agieren von Bürger_innen und Nazis bei Sexualverbrechen thematisiert wird.

Die LVZ zitierte Flugblätter, die entlang der Lichterkette verteilt wurden, deren Inhalt eindeutige neonazistische Parolen aufwiesen, die sich „gegen Ausländer und so genannte 'Volksentfremdete'“ richteten. In den Flugblättern wurden weitere „Proteste und Infostände“ angekündigt.