Silvester-Randale in Colditz

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1.

Januar
2009
Donnerstag

In der Silvesternacht ist es in Colditz (Landkreis Leipzig) zu großflächiger Randale gekommen. In einem LVZ-Bericht ist von "Jugendgruppen" die Rede, die im Stadtzentrum "gewütet haben". Die Randalierer sollen laut einem Augenzeugen mit Feuerwerkskörpern und Steinen geworfen haben. Dadurch wurden mehrere öffentliche Gebäude (Rathaus, Polizei, Sparkasse) beschädigt. Offenbar gezielt zerstört wurden aber auch die Fensterscheiben eines Elektrogeschäfts, das im vergangenen Jahr bereits mehrfach von Nazis attackiert wurde, weil der Inhaber alternative Konzerte unterstützt. Nach Angaben der Opferberatung der RAA Sachsen ist auch durch die Silvester-Attacke wieder ein großer Sachschaden entstanden.

Der Colditzer Polizeiposten war in der Silvesternacht nicht besetzt. Der Revierleiter aus Grimma begründete das im Nachhinein gegenüber der LVZ damit, dass die Kräfte auf Grimma konzentriert gewesen seien - auch dort kam es zu Ausschreitungen, wurden Feuerwehrleute und Polizisten attackiert. Zudem hätten sich die Beamten auch noch "auf Leipzig-Connewitz einzustellen" gehabt.

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Landtag erklärte Inneminster Albrecht Buttolo später, es seien zu Silvester keine Kräfte aus der Polizeidirektion Westsachen nach Connewitz abgezogen worden und die Präsenz vor Ort "durch den Streifendienst des zuständigen Polizeireviers gewährleistet" gewesen. Tatsächlich hatten mehrere verschreckte Anwohner in der Nach vergeblich versucht, die Polizei zu alarmieren, so der Grünen-Kreisverband Landkreis Leipzig. Ein Sprecher kritisiert: "Es kann nicht sein, dass Herr Buttolo in Leipzig-Connewitz Symbolpolitik betreibt und starker Staat spielt, während die Sicherheit der Menschen im ländlichen Raum auf der Strecke bleibt." Zudem sei es unglaublich, dass "ein bekannter Brennpunkt der rechtsextremen Szene in dieser sensiblen Nacht ohne dauerhafte Polizeipräsenz" habe auskommen müssen.