Stolperstein für Paul Weise zum vierten Mal geschändet

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8.

Juni
2021
Dienstag

In Geithain wird zum vierten Mal der Stolperstein für Paul Weise durch Unbekannte beschädigt. Der Stolperstein wurde erst im April 2021 verlegt. Noch am Tag der Verlegung wird der Stolperstein zum ersten Mal am 19. April zerkratzt und eine Zigarette auf ihm ausgedrückt. Die weiteren Beschädigungen ereignen sich am 06. Mai und am 17. Mai.

Paul Hermann Weise wurde am 25.09.1894 in Geithain geboren. Er entstammte einer Arbeiterfamilie und besaß die deutsche Staatsbürgerschaft. Vor 1945 war er zuerst Mitglied in der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), in der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und in der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands). Nach 1945 engagierte er sich weiterhin politisch innerhalb der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) und unter anderem im FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund). Im Rahmen seiner politischen Laufbahn nahm er zudem zahlreiche Funktionen ein – so war er z.B. von 1945 bis 1946 der 1. Bürgermeister in Geithain.
Während des Nationalsozialismus wurde Paul Weise aufgrund seiner politischen Einstellung verfolgt, inhaftiert und gefoltert. Er wurde in mehreren KZ, darunter Colditz und Sachsenhausen, inhaftiert und musste mehrfach Haftstrafen absitzen. 1944 endete seine Haft und er kehrte nach Geithain zurück. Aufgrund seines anhaltenden Engagements in der Politik bekam Paul Weise zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Paul Weise ging nach fortlaufender Arbeit als Rohrleger und Landarbeiter 1961 in Rente. Er wohnte bis 1946 in der Richard Höferstraße 2, der heutigen Eisenbahnstraße 2. In seinem letzten Lebensjahr zog er aus Gründen der Pflege bei seiner Tochter Gertrud einzog. Er verstarb am 19.10.1983.

Quelle: 

chronik.LE