Stolpersteine in Colditz beschädigt

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29.

Januar
2014
Mittwoch

Laut einer Pressemitteilung des "Flexiblen Jugendmanagements im Landkreis Leipzig" (FJM) haben Unbekannte versucht, drei "Stolpersteine" in Colditz zu entfernen und diese dabei an drei Seiten beschädigt. Die erst im Dezember 2013 auf dem Mark verlegten Gedenksteine erinnern an die jüdische Familie Nussbaum, die von den Nazis verfolgt und schließlich in Auschwitz ermordet wurde.

„Wir sind erschüttert und verärgert, dass Menschen sich an Gedenksteinen für Holocaust-Opfer vergehen. Hier gehen wir davon aus, dass es sich um Täter mit neonazistischer Gesinnung handelt“, erklärte Ulrike Läbe vom FJM.

Seli und Helene Nussbaum führten in Colditz erfolgreich ein Textilgeschäft am Markt, wo sie auch wohnten. Seli Nussbaum war Mitglied im heute noch bestehenden Colditzer Männerchor "Liedertafel". Das Ehepaar und ihr damals elfjähriger Sohn Manfred wurden 1942 von den Nazis erst nach Theresienstadt und im Anschluss nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Die Stolpersteine sind ein künstlerisches Projekt des Kölner Bildhauers Gunter Demnig. Ziel des Projekts ist es, an den letzten selbstgewählten Wohnorten von Opfern des Naziregimes auf deren Verfolgung und Ermordung aufmerksam zu machen.