Terrorverdacht oder Rassismus?

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10.

August
2018
Freitag

Eine 32-jährige Frau meldet sich gegen 19.25 bei der Polizei, weil sie beim Einkaufen eine verdächtige Person bemerkt hat, die eine Fernbedienung und Kabel am Bauch getragen haben soll. Die Polizei sperrt daraufhin das Einkaufszentrum Reudnitz-Center sowie die umliegenden Straßen ab und führt eine umfangreiche Untersuchung durch, in deren Verlauf sich ein möglicher Straftatbestand nicht erhärtet.
In Folge dessen veröffentlicht die Polizei eine Beschreibung des Verdächtigen, der wie folgt beschrieben wird: „etwa 45 - 50 Jahre alt, ca. 180 cm groß, kräftige Gestalt, scheinbar afrikanischer Herkunft (dunkler Teint, aber kein Schwarzafrikaner), kurze, glatte, schwarze Haare (leicht grau meliert), Vollbart (kurzes Barthaar) und dunkle Bekleidung, insbesondere ein dunkles Jackett.“ Dass die vorliegende Beschreibung rassistische Stereotype bedient, versucht der Pressesprecher der Leipziger Polizei Andreas Loepki später mit der syrischen Herkunft der 32-jährigen Frau, die den Verdächtigen gemeldet hatte, zu entkräften.

Auch die Lokalzeitung LVZ unterstützt die Suche nach dem Verdächtigen und titelt dabei „Polizei sucht Mann aus Afrika“. Weder Polizei noch LVZ können erklären, wie sie auf die Herkunft des Mannes schließen konnten.
Aufgrund der Fahndung wird schließlich ein 51-Jähriger Mann gefunden, von welchem laut Polizei weder vor noch während der Evakuierung eine Gefahr ausgegangen sei.

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