Thor-Steinar-Laden "Fighting Catwalk" schließt (Reudnitz)

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31.

März
2013
Sonntag

Das Bekleidungsgeschäft "Fighting Catwalk" im Reudnitzer Täubchenweg muss nach einer Klage des Hauseigentümers schließen. Darauf haben sich Geschäftsinhaber und Hauseigentümer in einem Vergleich geeinigt. Im "Fighting Catwalk" war unter anderem die bei Neonazis beliebte Marke Thor Steinar verkauft worden.

In einer Pressemitteilung des "Aktionsbündnis Ladenschluss", dass Proteste gegen den Laden organisiert hatte, heißt es:

"Ein reichliches Jahr nach seiner Eröffnung muss der Bekleidungsladen „Fighting catwalk“ seine Geschäftsräume im Täubchenweg 43b zum 31.3.2013 räumen. [...] Der Laden hatte im Dezember 2011 eröffnet und führt in seinem Sortiment neben allerlei Marken für Kampfsport-affines Klientel vor allem Artikel der Marke Thor Steinar. Thor Steinar ist hinlänglich dafür bekannt, gestalterisch Anleihen an nationalsozialistischer Symbolik, deutschem Kolonialismus und nordischer Mythologie zu nehmen. Die Marke gilt als Erkennungsmerkmal der Neonaziszene.

[...]

„Es ist überaus erfreulich, dass es ein weiteres Mal gelungen ist der Marke Thor Steinar Grenzen zu setzen. Da der Inhaber des Ladens weder auf problematisierende Ansprachen des Ladenschluss-Bündnisses und der Hausverwaltung bezüglich der Marke Thor Steinar reagierte, liegt nahe, dass er sich der politischen Aufladung der Marke bewusst ist und damit kein Problem hat.“"

Mit der Räumung des „Fighting catwalk“ wird ein weiterer Versuch der Etablierung eines öffentlichen Anlaufpunktes für Neonazis im Leipziger Osten vereitelt. Parallel zur Eröffnung des Ladens hatten einschlägig bekannte Leipziger Neonazis versucht in der Langen Straße, unweit des Täubchenweges, einen Anlaufpunkt in einer Wohnung zu schaffen. Auch dieser Versuch scheiterte aufgrund der öffentlichen Skandalisierung.