Tommy Naumann und andere NPD-Größen bei Sarrazin-Lesung in Dresden

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13.

Januar
2011
Donnerstag

Ein wenig neidisch werden sie sicher gewesen sein, die NPD-Mitglieder, die am 13. Januar in Dresden Zeuge davon wurden, wie der Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin mit Aussagen, die inhaltlich gar nicht so weit weg sind von ihrem Programm, in der Messehalle für Begeisterung sorgte. Über 2.500 Besucher_innen sollen 12 Euro dafür bezahlt haben, den Ausführungen des Autors von "Deutschland schafft sich ab" lauschen zu dürfen. Laut taz stammte das Publikum größtenteils aus dem Dresdner Kleinbürgertum. Laut "Alternative Dresden News" (addn) haben auch mehere Neonazis Eintritt bezahlt, u.a. der NPD-Landtagsangeordnete Arne Schimmer und der früheren MdL René Despang sowie der sächsiche JN-Vorsizende Tommy Naumann aus Leipzig und weitere bekannte Nazigrößen aus dem Umfeld der "Freien Kräfte".

Der NPD-Abgeordnete Schimmer stellte Sarrazin schließlich aus dem Publikum heraus die Frage, ob es "angesichts der dramatischen Lage nicht angebracht wäre, einen Zuwanderungsstopp zu verhängen". Laut einer rechten Website antwortete der frühere Berliner Finanzsenator, dass es seit dem Ende der Gastarbeiter-Anwerbung theoretisch einen faktischen Zuwanderungsstopp gebe. "Er zeichnete allerdings das Bild einer Badewanne, in die kein heißes, sondern eiskaltes Wasser aus drei Hähnen – gemeint waren der sogenannte Familiennachzug, das Asylrecht und die illegale Einwanderung – laufe: 'Wenn Sie je in der Badewanne eine vernünftige Temperatur kriegen wollen, müssen Sie ´mal zunächst diese drei Hähne abstellen', so Sarrazin zustimmend."

Anschließend ließ sich Schimmer noch mit Sarrazin beim Signieren seines Buches fotografieren.

Wir empfehlen unseren Leser_innen die chronik.LE-Veröffentlichung „Leipziger Zustände – NEWS Herbst 2010". Ein Artikel widmet sich Thilo Sarrazins Thesen über Zuwanderung und der dadurch ausgelösten „Debatte“, an der sich auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) beteiligt hat."