Versuchte Vergewaltigung einer jungen Frau

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30.

Januar
2010
Samstag

Am Morgen des 30. Januars kam es zu einem sexuellen Übergriff auf eine junge Frau in einem Ladengeschäft im Süden Leipzigs. Der Ladenbesitzer hatte die Eingangstür verschlossen, zu einem Zeitpunkt als die Frau sich allein in dem Laden aufhielt. Anschließend brachte er die Frau in seine Gewalt und versuchte sie zu vergewaltigen. Die Frau konnte sich dem Mann jedoch entreißen. Auf ihre mehrmalige Aufforderung hin und weil zwei Passanten an das Fenster schlugen, öffnete er schließlich die Tür und ließ die Frau gehen. Danach verschanzte er sich selbst aber in dem Laden. Die zwei Passanten verständigten sofort die Polizei. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde Anzeige erstattet. Die beiden zur Hilfe gekommenen Passanten haben mittlerweile (Stand: März 2010) eine Vorladung zur Zeugenaussage bekommen.

Eine (versuchte) Vergewaltigung ist eine Form sexualisierter Gewalt, die die Grenzen des Körperlichen überschreitet. Der Definition der "re.ACTion-Readergruppe für emanzipatorische Aktion" folgend sind sind Vergewaltigungen als die stärkste Manifestation sexistischen Verhaltens zur (Wieder-)Herstellung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen anzusehen.

Aus Angst und/oder Scham zeigen Betroffene die Täter, die häufig aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis stammen, oft nicht an. Zudem sind die Betroffenen oft mit dem Problem konfrontiert, dass ihren Aussagen kein Glaube geschenkt wird. Für die_den Betroffene_n einer (versuchten) Vergewaltigung kann es jedoch Überwindung kosten, über das Erlebte zu sprechen.

Die Redaktion von chronik.LE ist der Meinung, dass Vergewaltigungen mit besonderer Sorgfalt zu dokumentieren sind. Zum einen aus Respekt und Würde der betroffenen Person gegenüber, zum anderen weil eine Pathologisierung des Täters vermieden werden sollte.
Vergewaltigungen sind nicht als Einzelübergriffe aufgrund von krankhafter Triebmotivation einzuordnen. Vielmehr sind sie als besonders schwerwiegende Grenzüberschreitung innerhalb eines sexistischen Normalzustandes der Gesellschaft zu bewerten.

Quelle: 

chronik.LE