Volksverhetzung per Megaphon in Colditz ...

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1.

Mai
2008
Donnerstag

In der Muldestadt erteilte die Polizei einer Gruppe von 20 Personen einen Platzverweis für die Innenstadt. Wie ein Sprecher der Polizei erklärte, sei die Gruppe mit zwei Pkw durch das Zentrum von Colditz gefahren, wobei "eine Person mit einem Megaphon aus dem Auto heraus rechtsradikale Parolen rief." Laut einem späteren LVZ-Bericht hätten die Täter "Juden an die Bahnsteigkante treten. Der Zug nach Auschwitz fährt ab" gerufen. Ein Teil der Gruppe - acht Personen - sei wenig später auch aufgrund von Bürgerhinweisen von Polizeibeamten gestellt worden. Daraufhin wurde wegen Volksverhetzung ermittelt. Der zum Tatzeitpunkt 23-jährige tatverdächtige Megafonbenutzer sei zur Identitätsfeststellung vorläufig festgenommen worden.

Anfang 2009 wurde der Angeklagte in dieser Sache freigesprochen. Der Zeitsoldat sei nicht einwandfrei zu identifizieren gewesen. Während der Verhandlung seien laut LVZ-Bericht noch mehrere Merkwürdigkeiten zur Sprache gekommen. So sei der Polizeiposten in Colditz nicht besetzt gewesen, weshalb Beamte aus Grimma kommen mussten. Weiterhin soll ein Wirt den Zeug_innen nicht erlaubt haben, sein Telefon zu benutzen, um die Polizei zu rufen. Ein Polizist, der als Zeuge aussagte, führte das auf die Dominanz der Neonazis in Colditz zurück: wer sich öffentlich gegen diese äußere, dem könnten am nächsten Tag "schonmal die Schaufensterscheiben fehlen".

Quelle: 

Chronik des NDK Wurzen
LVZ Muldental vom 13.03.2009