Waffenfund auf dem Privatgelände eines KSK-Soldaten

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13.

Mai
2020
Mittwoch

Bei einer Razzia im nordsächsischen Collm werden im Garten eines 45-jährigen KSK-Soldaten (Kommando Spezialkräfte) Philipp Sch. größere Mengen Munition, Plastiksprengstoff sowie ein AK-47-Sturmgewehr gefunden. Sprengstoff und Munition stammen teilweise aus Bundeswehrbeständen. Der Soldat befindet sich in Untersuchungshaft.
Zu welchen Zwecken der Mann ein Waffenlager anlegte, ist bisher nicht bekannt. Hinweisen zufolge könnte dieser jedoch einem rechtsextremen Netzwerk innerhalb der Eliteeinheit der Bundeswehr angehört haben. Demnach ergaben Ermittlungen, dass der Soldat im April 2017 an einer Abschiedsfeier eines KSK-Kommandeur teilnahm. Neben dem Weitwurf von Schweineköpfen wurden einer Zeugin zufolge auch Hitlergrüße gezeigt und Musik der neonazistischen Band Sturmwehr gespielt. Aufgrund diesen Vorfalls stand der Soldat bereits seit 2017 unter Beobachtung durch den Militärischen Abschirmdienst (MAD). Wie es dem Soldaten dennoch gelang, innerhalb der vergangenen drei Jahre ein Waffenlager auf seinem Privatgrundstück anzulegen, bleibt offen.

Nach Informationen des Spiegel kam Philipp Sch. 2001 zum KSK und wurde dort zunächst als Heeresbergführer eingesetzt. Mit seinem Wechsel zum "PLEX-Team" 2010 plante er Ausbildungen und Übungen.

Im Falle des mittlerweile in Untersuchungshaft sitzenden KSK-Soldaten handelt es sich jedoch nicht um einen Einzelfall. André S. alias Hannibal, ebenfalls damaliger KSK-Soldat, initiierte im Jahr 2015 ein rechtes Preppernetzwerk. Neben Soldaten finden sich innerhalb dieses Netzwerkes u.a. auch Polizisten, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und Beamte. Gemeinsam bereiten sie sich auf den sog. „Tag X“ vor. In extrem rechten und militanten Kreisen ist der „Tag X“ ein geläufiger Code, an dem der gewaltvolle Umsturz des Staatssystems herbeigeführt werden soll.
André S. ist zudem Mitbegründer des Uniter e.V.’s, der offiziell für die Vernetzung ehemaliger Soldaten und Polizisten gegründet wurde. Dem Verein wurde die Gemeinnützigkeit aberkannt und wird vom Verfassungsschutz seit diesem Jahr als Prüffall eingestuft.
Mitglied des rechten Preppernetzwerkes war u.a. auch der ehemalige Bundeswehroffizier Franco A., der sich als Geflüchteter ausgab und rechtsterroristische Anschläge geplant haben soll. Franco A. muss sich seit 2019 wegen Terrorverdachts vor dem Bundesgerichtshof verantworten.

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