Wiederholte geschichtsrevisionistische und antisemitische Gesänge in Kneipe in Leipzig-Gohlis

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3.

Oktober
2019
Donnerstag

Am Donnerstag wird in einer Kneipe auf der Georg-Schumann-Straße in Leipzig Gohlis das "U-Bahn-Lied gesungen". Das Barpersonal greift nicht ein.

In dem Gesang wird sich positiv auf die Vernichtung von Jüdinnen und Juden und anderer durch die Nazis verfolgten Gruppen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz bezogen.
Im U-Bahnlied, das besonders unter selbsternannten Fußball-Fans beliebt ist, wird eine U-Bahn vom Wohnort der Sänger_innen - in diesem Fall Leipzig - bis nach Auschwitz in das dortige Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis gebaut. Durch den Bau der U-Bahn bis nach Auschwitz wird symbolisch ausgedrückt, dass Deportationen von als gegnerisch- oder feindlich-wahrgenommenen (Fan-)Gruppen möglich sein sollen und erwünscht sind.
Als gegnerisch- oder feindlich-wahrgenommene Gruppen können unter anderem gegnerische Fußballfans oder politischer Gegner_innen genannt werden. Gegen Jüdinnen und Juden richtet sich das Lied, aufgrund des antisemitischen Motivs sowie der expliziten Vernichtungsdrohung, dagegen immer.

Schon in der Vergangenheit kam es in der Lokalität zu ähnlichen Vorfällen. Mehrfach wurde das so genannte "Führer-Lied" (»Wenn das der Führer wüsst‘, was Chemie Leipzig ist, dann wär‘ er auch in Leutzsch, denn Leutzsch ist deutsch!«) gesungen. Dieses Lied wurde von Teilen der Fanschaft des FC Sachsen, der Vorgänger-Mannschaft der BSG Chemie Leipzig, immer wieder gesungen. Auch Rufe wie der im Alfred-Kunze-Sportpark inzwischen untersagte "Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher" werden in der Kneipe skandiert.

Quelle: 

chronik.LE