Wurzen: Erneut rassistisch-motivierte Gewalt?

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16.

Februar
2018
Freitag

In der Nacht zu Samstag kommt es in Wurzen zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen einem 34-jährigen Deutschen und einem 19-jährigen Eritreer. Diese findet um 4.10 Uhr an der Kreuzung Schillerstraße und August-Bebel-Straße statt. Beide beteiligten tragen dabei laut Polizei "erhebliche Verletzungen im Gesicht und an den Händen davon und mussten in Krankenhäuser gebracht und dort medizinisch versorgt werden“. In der Folge kam es zu gegenseitigen Anzeigen wegen gefährlicher Köperverletzung. Was der Grund für die Schlägerei war, ist laut Polizei noch nicht bekannt, jedoch Teil der Ermittlungen.

In den vergangenen Wochen und Monaten kam es immer wieder zu rassistischer Gewalt gegen Geflüchtete in Wurzen. So überfiel eine Gruppe Jugendlicher Anfang des Jahres ein Wohnhaus, in dem Geflüchtete wohnen, nachdem sie bereits im Park in der Nähe des Bahnhofs verbal angegangen wurden.
In der Folge kam es zu einer rechten Mobilisierung in Wurzen. Eine Mahnwache wurde veranstaltet, bei der den Geflüchteten die einseitige Schuld an der Eskalation zugesprochen wurde und so versucht wurde aus Opfern Täter zu machen. In einer mutmaßlich von Neonazis betriebenen Facebook-Seite mit dem Namen "Infobüro Leipziger Land" wird diese Perspektive verstärkt.

Auch im Jahr zuvor waren Geflüchtete in Wurzen immer wieder teils organisierten Angriffen ausgesetzt. Siehe Rassistische Zusammenrottung und versuchter Angriff auf Wohnung von Geflüchteten, Geflüchteter mit Pflasterstein verletzt.

Quelle: 

[LVZ-Online vom 19.02.2018](http://www.lvz.de/Region/Wurzen/Wieder-gewalttaetige-Auseinandersetzung-in-Wurzen-Hintergruende-noch-unklar): "Wieder gewalttätige Auseinandersetzung in Wurzen – Hintergründe noch unklar"