Zwei Männer attackieren feministische Performance

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2.

Dezember
2019
Montag

Auf dem kleinen Willy-Brandt Platz vor dem Leipziger Hauptbahnhof findet gegen 15 Uhr eine feministische Performance statt. (Video) Diese thematisiert die Rolle von Staat, Justiz und Polizei bei der Bagatellisierung und Unsichtbarmachung von Vergewaltigung. Die Gruppe bezieht sich dabei auf die chilenische Kampagne der #lastesis und #niunamenos bzw. #keinemehr.

Eine Person, die die spanischsprachige Performance filmt, wird von zwei Männern angepöbelt. Diese führen aus, dass sie in Deutschland seien und deswegen gefälligst deutsch gesprochen werden solle. Einer der beiden versucht die Frau zu treten, trifft sie aber nur leicht.

Das kollektive Auftreten von Frauen* und ihr Anliegen, sexualisierte Gewalt sowie patriarchale Zustände sichtbar zu machen, steht dem gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen* entgegen, sich der Vormachtstellung von Männern in der Gesellschaft zu fügen. Hinter dem Agieren der Männer kann sich folglich ein misogyner Akt verbergen. Die Pöbelei sowie der Tritt können dabei als zurechtweisende Handlung gedeutet werden.

Mehr zu Misogynie im Artikel "Einzelfall, tragisches Schicksal oder selbst Schuld? Frauenmorde und ihre rassistische Verwertung" (S. 40-42) von Naomi Shibata und Lena Kirsch in der 2019er Ausgabe der »Leipziger Zustände«.

Quelle: 

chronik.LE