Aus zwei mach eins - NPD-Kreisverbände zusammengelegt

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

13.

Mai
2015
Mittwoch

Spätestens seit den miserablen Wahlergebnissen des vergangenen Jahres und den darauf folgenden zahlreichen Parteiaustritten ist die sächsische NPD von massiven Zerfallserscheinungen geprägt. Mit den einfachen Mitgliedern brechen der Partei aber auch ihre Aktiven weg. Dies hatte nun Konsequenzen für hiesige Kreisverbandsstrukturen der sich selbst als "Nationaldemokraten und Nationale Sozialisten" bezeichnenden Neonazis: Bei einer Jahreshauptversammlung am 13. Mai vereinigten sich die bisherigen Kreisverbände Leipzig und Landkreis Leipzig.

Tatsächlich handelt es sich bei dieser "Fusion" eher um eine Ausdehnung der Leipziger Strukturen in den Landkreis. So wurde die Vereinigung zwar nach Parteiangaben zuvor am 19. und 20. April 2015 vom NPD-Landesverband Sachsen und vom Vorstand des NPD-Kreisverbandes Leipzig beschlossen. Von einem entsprechenden Beschluss des mitfusionierten Landkreis-Verbandes ist in der Mitteilung bezeichnenderweise keine Rede. Der bisherige Vorsitzende dieses Kreisverbandes, der Geithainer Stadt- und Kreisrat Manuel Tripp, wurde überdies bei der Postenverteilung offenbar übergangen.

Vorsitzender des "neuen" Kreisverbandes mit dem findigen Namen "Leipzig Stadt & Land" (NPDLSL?) ist der bisherige Vorsitzende des Stadt-Kreisverbandes, der kürzlich zu einere mehrmonatigen Haftstrafe verurteilte Leipziger Stadtrat Enrico Böhm. Axel Radestock, der bisher schon als sein Stellvertrerter fungiert hatte, bleibt das auch im nun "vergrößerten" Verband. Als Schatzmeister wird Alexander Neubert genannt.

Der Kreisverband stehe "auf einem sicheren und gut gerüsteten Fundament". MIt "neuen Ideen und einem ausgereiften Konzept" werde man "alle Aufgaben in der Zukunft erfolgreich" lösen. Von einer großen Zukunftszugewandtheit zeugen diese Phrasen genau so wenig wie die pathetische Schlussformel: "Allzeit bereit für Volk und Vaterland!"

Quelle: 

NPD Leipzig vom 15.05.2015, FB-Seite der NPD Leipzig vom 15.05.2015