Leipziger Zustände 2010: Neue Broschüre informiert über Diskriminierung und Neonazismus

Die aktuelle Ausgabe der Broschüre "Leipziger Zustände" ist ab sofort an verschiedenen Stellen in Leipzig kostenlos erhältlich und kann auf dieser Webseite heruntergeladen werden. Mit der Broschüre „Leipziger Zustände“ möchte chronik.LE auf Diskriminierung und Neonazismus im Leipziger Alltag aufmerksam machen. Im Heft werden auf 64 Seiten Phänomene wie Abwertung, Ausgrenzung, Entrechung und Gewalt dokumentiert und analysiert.

„Wir wollen all diese Phänomene sichtbar machen und damit den Menschen eine Stimme geben, die darunter leiden“, sagt Jens Frohburg, Pressesprecher von chronik.LE. Die Beiträge in der ehrenamtlich zusammengestellten Broschüre greifen unter anderem den verbreiteten Alltagsrassismus, Vorurteile gegen sozial schlechter Gestellte und Benachteiligungen körperlich eingeschränkter Menschen auf. Ein Schwerpunkt ist auch die in Leipzig und dem Umland nach wie vor sehr aktive Neonazi-Szene. „Wir wollen Einblicke in diese Strukturen geben, um aufmerksam zu machen und so zum Handeln gegen Neonazis zu ermutigen“, so Frohburg.

Für die Broschüre konnten einige Gastautor_innen gewonnen werden. Aufgenommen wurde zudem ein Interview mit Guillaume Paoli, dem „Hausphilosophen“ des Leipziger Centraltheaters. Abgerundet wird die Broschüre durch einen achtseitigen Einleger in der Heftmitte, der allgemeinverständlich verschiedene Formen von Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit definiert. Außerdem dokumentieren Auszüge aus der laufenden Berichterstattung der Internetplattform www.chronikle.org die Tragweite der Probleme.

Bereits im vergangenen Jahr hat chronik.LE eine Broschüre herausgegeben und gezielt an engagierte Bürger_innen, Multiplikator_innen und Jugendliche verteilt. Die neue Ausgabe wurde wiederum in einer Auflage von mehreren tausend Stück produziert und wird in vielen sozialen und kulturellen Zentren zur kostenlosen Mitnahme ausgelegt (Eine Liste mit Orten, an denen die Broschüre ausliegt, finden Sie unten auf dieser Seite). „Wir hoffen, damit das Problembewusstsein der Leipzigerinnen und Leipziger für das zu schärfen, was sich vor ihrer eigenen Haustür abspielt“, sagt Frohburg.

Dazu leistet die Initiative chronik.LE, die durch den Lokalen Aktionsplan (LAP) der Stadt Leipzig gefördert wird, unter anderem mit der Onlineplattform www.chronikle.org seit drei Jahren einen kontinuierlichen Beitrag: Auf der Webseite werden faschistische, rassistische und diskriminierende Ereignisse in und um Leipzig dokumentiert und in ausführlichen Dossiers analysiert.

„Unser Anliegen ist es, Menschenfeindlichkeit keinen Platz in unserer Gesellschaft einzuräumen, sondern allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen“, sagt Frohburg. Die Broschüre „Leipziger Zustände“ ist ein Baustein auf diesem Weg und ein alltagsnaher Beitrag zur sozialen und politischen Bildung sowie zur Antidiskriminierungsarbeit. „In dieser Hinsicht gibt es noch viele Baustellen und blinde Flecken, die wir beleuchten wollen, damit sie verschwinden.“

  • Für Rückfragen sind wir erreichbar unter chronik.LE [et] engagiertewissenschaft.de
  • Die Broschüre ist kostenlos. Sie kann bei uns per Email gegen Erstattung des Portos bestellt werden.
  • Auf dieser Seite steht sie ab sofort zum kostenfreien Download bereit.
  • Bibliografische Angaben: chronik.LE (Hrsg.): Leipziger Zustände. Dokumentation und Analyse rassistischer, faschistischer und diskriminierender Ereignisse in und um Leipzig. November 2010. ISSN: 2191-3501.

Hier erhalten Sie die "Leipziger Zustände"

  • Antidiskriminierungsbüro Sachsen: Kochstraße 14
  • Engagierte Wissenschaft e.V.: Kochstr. 132 (im Werk II)
  • Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Leipzig: Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6
  • LinXXnet: Bornaische Straße 3d
  • Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC): Paul-Gruner-Straße 63
  • Opferberatung der RAA Sachsen: Peterssteinweg 3
  • StudentInnenrat der Uni Leipzig
  • ... und viele weitere Orte in der Stadt

Möchten Sie uns unterstützen, indem Sie die Broschüre "Leipziger Zustände 2010" ebenfalls bei sich auslegen? Dann schreiben Sie uns bitte eine Email.

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