Vortrag "Alles dokumentiert, aber auch alles im Blick?" in Leisnig

Vortrag Leisnig 29.07.

Das Treibhaus Döbeln veranstaltet in Kooperation mit dem AJZ Leisnig einen Bildungs- und Aktionstag mit dem Namen aFAIRe. Wir beteiligen uns mit einem Vortrag mit dem Titel "Alles dokumentiert, aber auch alles im Blick?". Weitere Informationen zur Veranstaltung findet ihr auf der Homepage vom Treibhaus Döbeln sowie der Facebook-Veranstaltung.

Ankündigungstext:
In einem ersten Input werden die Aktiven von Chronik.LE ihre Arbeit vorstellen sowie über Schwierigkeiten in der Dokumentationsarbeit berichten. Anschließend liegt der gemeinsame Austausch über Erfahrungen und Probleme im Fokus: Welche alltäglichen Probleme gibt es mit der Dokumentation? Wie ist der Arbeitsaufwand sinnvoll zu bewältigen bzw. was soll alles dokumentiert werden? Wie sinnvoll sind Statistiken und Karten für die Auswertung der gesammelten Ereignisse? Wie gehen wir damit um, wenn sich unterschiedliche Diskriminierungskategorien verschänken (zum Beispiel Sexismus und Rassismus)? Welche Möglichkeiten gibt es, um auf "blinde Flecken" in der Dokumentation (Alltagsrassismus-, Sexismus, latente Bedrohungssituationen) zu reagieren?

chronik.LE ist ein ehrenamtliches Projekt, dass seit 2008 neonazistische Aktivitäten und diskriminierende Ereignisse in und um Leipzig dokumentiert. Dabei konzentrieren sich die Aktiven auf Gewalt- und Propagandadelikte organisierter und nicht-organisierter Neonazis, rechte Übergriffe, Alltagsrassismus und anderweitig diskriminierende Vorfälle. Für die Auswahl der Fälle beziehen sie sich auf die Theorie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit bzw. Ideologien der Ungleichwertigkeit (Rassismus, Heterosexismus, etc.). Neben einer umfangreichen Falldokumentation geben die Akteur_innen alle zwei Jahre eine Broschüre mit dem Titel "Leipziger Zustände" heraus. In dieser wird (vertiefendes) Hintergrundwissen über Ideologien der Ungleichwertigkeit, Neonazis und Diskriminierung in und um Leipzig veröffentlicht.