Thomas K. als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

2.

Januar
2015
Freitag

Thomas K. wurde am 4. Oktober 2003 in Leipzig-Wahren mit einem Messer niedergestochen. Er wurde gerade einmal 16 Jahre alt. Laut Gerichtsurteil waren die Täter einer "Gruppierung mit ersichtlich rechtsnationaler Gesinnung" zugehörig, deren Feindbild schloss nach Darlegung des Gerichts auch Drogenkonsument_innen mit ein. Die Misshandlung dieser Klientel wurde sich anscheinend bewusst vorgenommen. Thomas K. wurde laut Urteil ein zufälliges "Ersatzziel". Der Mörder René M. wurde zu einer zehnjährigen Strafe in Jugendhaft verurteilt.

Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis dieser Mord offiziell als eine rechts motivierte Tat anerkannt wurde.

Besonders ist darauf hinzuweisen, dass die Staatsregierung damals erst durch eine Anfrage Landtags-Abgeordneten Kerstin Köditz (Die Linke) auf den Fall aufmerksam wurde (Landtags-Drucksache 5/13588).

Neben Achmed Bachir, Kamal K. und Nuno Lourenco ist der Fall Thomas K. seit 1990 nun der vierte Leipziger Fall mit anerkannt rechtsmotiviertem Tötungsmotiv.

Quelle: 

leipzig.antifa.de vom 07.01.2015: "Vierter Fall in Leipzig: Thomas K. als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt"; Mitteilung von Kerstin Köditz vom 07.01.2015: "Weiteres Opfer rechter Gewalt in Sachsen anerkannt"; Landtags-Drucksache 6/407: "Überprüfung von Tötungsdelikten auf einen rechtsmotivierten Tathintergrund und Anerkennung der Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen; Nachfrage zu Drs. 5/13323, Drs. 5/13588, Drs. 5/13589, Drs. 5/14782 und Drs. 5/14785"; Initiativkreis Antirassismus 08.01.2015: "Thomas K. als Opfer rechter Gewalt anerkannt"