Ereignisse in Nordsachsen

Klingenhain: Brandanschlag auf Haus einer Sinti-Familie nach jahrelangen Anfeindungen

26.

Dezember
2009
Samstag

Am 26. Dezember 2009 brannte das Haus einer Sinti-Familie in Klingenhain (Ortsteil der Gemeinde Cavertitz im Landkreis Nordsachsen) komplett aus. Verletzt wurde niemand, da die Familie Weihnachten bei Verwandten verbrachte. Das Haus ist nach dem Anschlag unbewohnbar. Der Caravan-Handel der Familie ist ebenfalls niedergebrannt. Ein politischer Hintergrund des Brandanschlages ist zwar bislang nicht offiziell bestätigt, kann nach Angaben der Opferberatung Leipzig aber als wahrscheinlich angenommen werden.

Delitzsch: Nazisymbole in Autolack gekratzt

16.

Dezember
2009
Mittwoch

In der Nacht zum 16.12.2009 wurde in Delitzsch ein PKW beschmiert. Außerdem kratzten die unbekannten Täter mehrere "rechtsgerichtete" Symbole in den Kotflügel. Die Polizei ermittelt.

"Anti-Linke"-Sprühereien beim Gastspiel von Roter Stern Leipzig in Delitzsch

6.

Dezember
2009
Sonntag

Mit Sprüchen wie "Diese Stadt lehnt Linke ab", "Rod (sic!) ist keine Alternative", "Good Night Red Side" sowie "Gute Heimreise, Facker" wurden die Anhänger_innen des Fußballvereins Roten Stern Leipzig (RSL) bei ihrem Gastspiel am 6. Dezember im nordsächsischen Delitzsch begrüßt. Die Parolen waren in der Nacht vor dem Spiel an einen Kiosk am Spielfeldrand, auf der Seite der Gästemannschaft, gesprüht worden. Teils mit Hilfe von Schablonen, teils freihändig und in eher alternativer Rechtschreibung.

Muldental und Nordsachsen: vier JN-Stützpunkte gegründet

22.

November
2009
Sonntag

In Delitzsch-Eilenburg, Torgau, Oschatz und Wurzen wurden gleichzeitig "Stützpunkte" der NPD-Nachwuchsorganisation JN (Junge Nationaldemokraten) gegründet. Die Gründungsversammlung der vier neuen Stützpunkte fand im NPD-Büro in der Odermannstraße in Leipzig statt; der Leipziger Stützpunktleiter, auch Chef der JN Sachsen, Tommy Naumann freute sich über angebliche 80 "Interessenten". Ein weiterer JN-Stützpunkt sei in Borna geplant.

Nazi-Plakate an Schulgebäude angebracht (Torgau)

16.

November
2009
Montag

Ein Jugendlicher brachte zwischen dem 13. und dem 16.11. an drei Eingangstüren des Gymnasiums neonazistische Propaganda in Form von acht Plakaten (Größe von 30 x 40 cm) und 41 Aufkleber an. 15 Aufkleber wurden in Form eines Hakenkreuzes angebracht.

Mügeln: Sprengstoffanschlag auf "Vive le Courage"

16.

November
2009
Montag

Am Montag gegen 22 Uhr wurde ein Sprengstoffanschlag auf das Soziokulturelle Zentrum "Vive le Courage" in Mügeln verübt. Dabei wurde ein Sprengkörper in das Haus geworfen und gezündet. Das meldete die Polizei drei Tage später. Durch die Druckwelle gingen Scheiben zu Bruch. Die Detonation war in weitem Umfeld zu hören. Zum Zeitpunkt des Angriffes befanden sich keine Personen im Haus. Gewöhnlich werde das Zentrum jedoch um diese Zeit noch genutzt; nur durch Zufall sei durch den Sprengsatz niemand verletzt worden, heißt es in einer Pressemitteilung von lokalen Antifaschist_innen.

Wermsdorf: Vier NPD-Mitglieder auf Volkstrauertags-Veranstaltung

15.

November
2009
Sonntag

Nach Angaben des Wermsdorfer Heimatvereins begingen am Sonntag "Vereinsmitglieder und Wermsdorfer Bürger" den diesjährigen Volkstrauertag. Dabei sei es zur "guten Tradition" geworden, gemeinsam "an die Toten der Weltkriege und Unterdrückung und Vernichtung" zu erinnern. In dem Zusammenhang habe Pfarrer Rico Riese "in eindrucksvollen Worten an unsere gemeinsame Verantwortung auch im Umgang mit der NPD erinnert".

Oschatz: Nazis führen Kranzniederlegung zum "Volkstrauertag" durch

15.

November
2009
Sonntag

In Oschatz führte ca. vier NPD-Mitglieder eine Kranzniederlegung zum "Volkstrauertag" durch.

Nazis plakatieren zum "Volkstrauertag"

15.

November
2009
Sonntag

Nach einer Pressemitteilung der Polizei brachten Unbekannte am Samstag in etlichen Städten und Dörfern Aufkleber, Flyer und Schmierereien mit "rechtsgerichtetem Inhalt" an Türen, Toren und Briefkästen an. Mit hoher Wahrscheinlichkeit steht die Propaganda-Aktion in Zusammenhang mit Neonaziveranstaltungen zum sogenannten "Volkstrauertag" am Sonntag, an dem Neonazis unter anderem im Muldental und in Wurzen aufmarschierten.

In Taucha wurden u.a. Gehwegplatten sowie Hauswände mit Hakenkreuzen beschmiert.

Eilenburg: Neonazis inszenieren Aufmarsch-Spuk

6.

November
2009
Freitag

Nach Spontanaufmärschen in Chemnitz, Leipzig und Borna behaupten Neonazis nun, eine weitere nächtliche "Recht auf Zukunft"-Demonstration durchgeführt zu haben. In einem Youtube-Video, welches angeblich diese Demonstration zeigt, ziehen ca. 50 Personen durch verlassene Gegenden und Straßen. Wie üblich behaupten die Neonazis auf ihrer Internetpräsenz, "ca.