Ereignisse in Nordsachsen

Rassistische Beleidigungen und Nasenbeinbruch in Delitzsch

23.

August
2009
Sonntag

Am Sonntagabend werden in Delitzsch gegen 17.30 Uhr drei "deutsch/türkische Personen" - so die Polizei - von einer Gruppe "offensichtlicher Fußballfans" beschimpft und beleidigt. Die Äußerungen hätten einen "ausländerfeindlichen Charakter" gehabt. Als ein 17-Jähriger schlichten wollte, wurde er von einem der Täter so ins Gesicht geschlagen, dass er eine Nasenbeinfraktur erlitt. Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat dauern nach Polizeiangaben an.

Angriff auf Vereinsräume in Mügeln

23.

August
2009
Sonntag

Zum wiederholten Mal werden am Wochenende in Mügeln (Nordsachsen) die Vereinsräume des gegen Nazis und Rassismus engagierten Vereins Vive le Courage e.V. attackiert. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag haben gegen 2 Uhr mehrere "teilweise bekannte Personen" (Polizeimeldung) gegen die Eingangstür des Gebäudes getreten und eine Bierflache gegen die Tür geworfen, so dass die Verglasung zu Bruch ging. In dem Gebäude hat sich zu diesem Zeitpunkt noch ein junges Vereinsmitglied aufgehalten.

Angriff auf Ausländer und Polizisten nach Stadtfest in Taucha

22.

August
2009
Samstag

In Taucha haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag 15 Männer gegen Mitternacht drei Ausländer angegriffen und rassistisch beleidigt. Als Polizisten zur Hilfe kamen, wurden auch diese attackiert. Die Schläger, die von der Polizei der Leipziger Hooliganszene zugerechnet werden, hatten zuvor das Tauchaer Stadtfest besucht. Nach Polizeianagaben sollen sie nach dem Verlassen des Festes "aus bisher unbekannten Gründen" geschlossen auf die drei Ausländer zugerannt sein und sie dabei mit "ausländerfeindlichen Parolen" beschimpft haben.

Eilenburg: Schriftzug zum Heß-Todestag an Schulgebäude

18.

August
2009
Dienstag

Am Schulgebäude der Mittelschule in der Puschkinstraße wurde in der Nacht zum 19. August ein Schriftzug mit Bezug zu Rudolf Heß angebracht. Neonazis nutzen den Todestag des Nazikriegsverbrechers immer wieder, um mit Propagandamaßnahmen auf ihre Positionen aufmerksam zu machen.

Nazi-Flashmobs zum Heß-Todestag

17.

August
2009
Montag

Zum Todestag des Nazikriegsverbrechers Rudolf Heß am 17. August haben Neonazis auf einer Internetplattform zu bundesweiten dezentralen "Flash-Mob-Aktionen" aufgerufen. Lokale Nazigruppen sollten sich um 19.30 Uhr zentral an öffentlichen Plätzen versammeln und die letzten Worte Heß' verlesen. Polizei und Gegendemonstrant_innen störten und verhinderten vielerorts in Deutschland die Aktion.

Delitzsch: NPD verteilt Propaganda vor Berufsschule

13.

August
2009
Donnerstag

Auf bzw. in der Nähe des Beruflichen Schulzentrums Delitzsch verteilte die NPD im Zuge ihrer Jungwähler/innenkampagne neben der "Schulhof-CD" einen Comic mit der Bezeichnung "Enten gegen Hühner".

Delitzsch: Imbisswagen durch Nazis beschädigt

13.

August
2009
Donnerstag

In der Nacht zum 14. August wurde in Krostitz ein zum Imbisswagen umgebauter LKW auf dem Parkplatz in der Mittelstraße/Ecke Hauptstraße von Unbekannten beschädigt. Neben zwei zerstochenen Reifen wurde der rechte Außenspiegel zerstört, zudem wurde an der Frontscheibe ein "Flyer mit rechtem Inhalt" (PD Westsachsen) angebracht.

völkische Propaganda in Schkeuditzer Briefkästen

5.

August
2009
Mittwoch

Am Mittwoch sind in Schkeuditz Flugblätter des "Schutzbund für das Deutsche Volk e.V." in einigen Briefkästen aufgetaucht. Unter dem Titel "Aufruf zum Handeln... damit das deutsche Volk eine Zukunft hat!" findet sich völkisch-nationalistische Propaganda. In der "Überfremdung" wird die größte Gefahr für das "deutsche Volk" gesehen. Nun müsse das "deutsche Volk" kämpfen; dieser Kampf gehöre zur Geschichte aller Völker, das "deutsche Volk" habe darin eine "2000jährige Tradition". Das würde vielen Menschen "wieder eine Aufgabe, einen Lebenssinn geben".

Erneute Sachbeschädigung am Vereinshaus von Vive le Courage

1.

August
2009
Samstag

Gegen Mitternacht werfen zwei Personen mit Glasflaschen die Fensterscheiben vom Vereinsdomizil des Vive le Courage e.V. ein und treten die Eingangstür auf. Am nächsten Tag stellt sich einer der Täter, ein stadtbekannter Nazi, selbst der Polizei.

Trauermarsch in Eilenburg wegen großem "Nazi-Aufgebot" abgesagt

1.

August
2009
Samstag

Wie der MDR berichtet, wurde am Samstagabend in Eilenburg ein geplanter Trauermarsch für die getötete Corinna abgesagt. Unter den 500 Menschen, die sich auf dem Marktplatz der nordsächsichen Stadt versammelt hatten, befanden sich auch 200 Neonazis. Die Veranstalterin, eine Frau aus der Nähe von Eilenburg, sagte den Gedenkgang daraufhin ab. Offiziell aus organisatorischen Gründen, tatsächlich aber, um den Neonazis keine Plattform zu geben, so die Delitzsch-Eilenburger Lokalausgabe der LVZ.