Leipzig

Jahresstatistik der Opferberatung: Raum Leipzig bleibt Schwerpunkt rechter Übergriffe

1.

März
2011
Dienstag

Die Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt der RAA Sachsen e.V. berichtet in ihrer Jahresstatistik für 2010 von 239 Angriffen (Körperverletzungen, Nötigungen, Bedrohungen, Brandstiftungen sowie massive Sachbeschädigungen), bei denen 396 Menschen direkt betroffen waren. Im Vergleich zum Vorjahr mit 263 Übergriffen stellt dies einen leichten Rückgang dar, trotzdem sieht die Opferberatung keinerlei Anlass zur Entwarnung.

Neonazis werfen Flyer im Leipziger Süden ab

19.

Februar
2011
Samstag

Zwischen dem 19. und 26. Februar haben Nazis zahlreiche Flugblätter im etlichen Stadtteilen Leipzigs abgeworfen, unter anderem im Bereich Connewitz–Südvorstadt. Darauf ist ein Konterfei des SA-Sturmführers und Zuhälters Horst Wessel abgebildet, dazu die Parolen "Horst Wessel Märtyrer unvergessen!" und "'Sturm 5' gegen Rotfrontterror & Reaktion".

Einschüchterungen und Drohungen gegen Zeugen in Neonaziprozess

25.

Februar
2011
Freitag

Am Freitag wurde am Landgericht Leipzig erneut wegen eines Übergriffs auf Nutzer_innen des ehemaligen Jugendzentrums Bunte Platte verhandelt. Zu den Angeklagten gehören Stefan N. und Istvan Repaczki, führender Kopf der Leipziger Neonaziszene, Kommunalwahlkandidat der NPD in Leipzig und Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion. Repaczki war am 04.03.2010 vom Leipziger Amtsgericht wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Neulich in der LVZ: Völkerkunde im Sportteil

23.

Februar
2011
Mittwoch

In der Mittwochsausgabe der Leipziger Volkszeitung (LVZ) kommentiert Guido Schäfer das bevorstehende Spiel des Fußball-Drittligisten "RB Leipzig" gegen die Berliner Mannschaft "Türkiyemspor". Dabei lässt der Sportredakteur ausgesprochenes völkerkundliches Expertenwissen über "Türken" erkennen. Unter anderem heißt es, der Trainer von RB Leipzig „kennt und schätzt die Mentalität der Südländer: 'Für türkische Mannschaften sind Stolz und Ehre ganz wichtig'“. Des weiteren werden die Berliner als "heißblütige türkische Fußballer" bezeichnet.

Aufmärsche: 500 frustrierte Neonazis scheitern auch in Leipzig

19.

Februar
2011
Samstag

Mehrere Tausend Neonazis scheiterten am Samstag zum wiederholten Male bei dem Versuch, Großaufmärsche in Dresden durchzuführen. Bereits 2010 wurde der von der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) organisierte Aufmarsch anlässlich der Bombardierung der Stadt im Jahre 1945 von Tausenden von Gegendemonstrant_innen blockiert.

„Stolpersteine“ in Lindenau mit Farbe beschmiert

21.

Februar
2011
Montag

Unbekannte haben die „Stolpersteine“ am Lindenauer Markt Nr. 22 beschädigt. Dies wurde am Montagabend von einem Mitglied der Gruppe Gedenkmarsch Leipzig entdeckt. Die Gedenksteine wurden mit grüner Farbe beschmiert. Wie bei der dritten Zerstörung der Gedenktafel an der ehemaligen KZ-Außenstelle in der Kamenzer Straße 10 vor wenigen Wochen ist auch in diesem Fall davon auszugehen, dass es sich um eine politisch motivierte Straftat mit neonazistischem Hintergrund handelt.

"Hoher Durchmischungsgrad": Rassismus auf dem Leipziger Gesundheitsamt

20.

Januar
2011
Donnerstag

Es muss ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein, wenn Mitarbeiter_innen von Behörden ein etwas intensiveres Interesse für die Bürger_innen zeigen, die mit einem Anliegen zu ihnen kommen. Trotzdem wunderte sich eine junge Leipzigerin, als sie neulich auf dem Gesundheitsamt bei der Schuluntersuchung ihrer Tochter danach gefragt wurde, ob sie noch Kontakt zum Vater habe und was er arbeite. Die Eltern leben getrennt, die Mutter hatte aber seinen Namen und seine Telefonnummer angegeben.

Neonazi präsentiert Hakenkreuz-Tätowierung in der Öffentlichkeit

6.

Juni
2010
Sonntag

Ein 24-jähriger Neonazi präsentierte am Sonntag bei einem Fußballspiel im Willi-Kühn-Sportpark offen sichtbar seine Hakenkreuz-Tätowierung am rechten Arm. Zudem hatte er an den Fingern sowie an anderen Körperstellen weitere neonazistische Symboliken tätowiert, darunter Sig-Runen, das Emblem des "Deutschen Jungvolkes" in der Hitlerjugend sowie die Doppel-Sig-Rune, das Zeichen der "Schutzstaffel" (SS).

Nazi-Stelldichein bei Leipziger Stadtderby

6.

Februar
2011
Sonntag

Am 6. Februar fand in der "Red Bull Arena" das mehrfach verschobene Oberliga-Derby zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem FC Sachsen Leipzig statt. Bei der Begegnung gaben sich bekannte Gesichter der regionalen Neonazi-Szene ein Stelldichein. Auf Seiten des FC Sachsen verfolgte Thomas G., Kameradschaftsführer aus Altenburg und Mitbegründer der Neonazi-Plattform "Freies Netz" (FN), das Spiel. Auf der von "erlebnisorientierten" Fans des 1.

Leipziger "Intelligenzforscher" wird in NPD-Zeitschrift als "Vordenker Sarrazins" gefeiert

21.

Dezember
2010
Dienstag

In der im Dezember erschienen 16. Ausgabe der sich selbst als "radikal rechte Zeitung" verstehenden Theorie-Zeitschrift "Hier & Jetzt" (bezeichnenderweise abzukürzen mit HJ) der sächsischen NPD (herausgegeben vom parteinahen "Bildungswerk für Heimat und nationale Identität") findet sich ein längeres Interview mit dem Leipziger Biologen und Genealogen Volkmar Weiss.