Leipzig

Neonazis feiern "Heß-Wochen"

31.

August
2010
Dienstag

Im Rahmen einer so genannten "Heß-Woche" haben Neonazis in ganz Sachsen des Hitler-Stellvertreters und verurteilten Kriegsverbrechers Rudolf Heß gedacht, der sich am 17. August 1987 erhängt hat. In den Nächten um den Todestag sind unter anderem in Grimma, Borna, Geithain, Eilenburg, Delitzsch, Kohren-Sahlis, Frohburg, Bad Lausick, Döbeln, Torgau und Leisnig Aufkleber, Plakate, Graffitis und Schmierereien angebracht worden.

Leipziger Bürger mobilisieren gegen Sinti und Roma

27.

August
2010
Freitag

Im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf drohen Anwohner_innen eine Bürgerwehr gegen eine Gruppe von Sinti und Roma zu gründen. In einem offenen Brief machen sie diese für große Verschmutzungen, belästigende Bettelei, Steine werfende Kinder und sonstige Kriminalität rund um die Lukaskirche verantwortlich. Die Gründung einer Bürgerwehr gegen Sinti und Roma stellt für die Bewohner_innen den Weg dar, um ihrer extreme(n) Feindlichkeit gegen die betreffende Minderheit Ausdruck zu verleihen.

LVZ protegiert rassistische Äußerungen

26.

August
2010
Donnerstag

Am 30. August veröffentlicht Thilo Sarrazin (SPD) sein Buch "Deutschland schafft sich ab". Bereits im Vorfeld entspannte sich eine heftige Kontroverse um die rassistischen und antisemtischen Äußerungen Sarrazins. Die Leipziger Volkszeitung stellt sich dabei schützend vor das Bundesbank-Vorstandsmitglied und verharmlost seine Thesen als "unbequeme Wahrheiten".

Gedenkort zur Erinnerung an die Todesmärsche 1945 geschändet

23.

August
2010
Montag

Am Wochenende wurde der Gedenkort für die Opfer des Nationalsozialismus in der Kamenzer Straße zerstört; eine Gedenktafel sowie Wegezeichen wurden entfernt und durch ein Stoppschild, kombiniert mit einem Panzerschild, ersetzt.

Vier Neonazis hetzen Antifaschisten durch Großzschocher

7.

Juli
2010
Mittwoch

Am Mittwochabend jagten vier Neonazis eine Person durch den Stadtteil Großzschocher. Die Angreifer verfolgten den Betroffenen, den sie als Antifaschisten identifiziert hatten, zunächst durch die Arthur-Nagel-Straße. Dabei versuchten sie, ihn zu treten, allerdings konnte der Gejagte den Tritten ausweichen. Schließlich flüchtete er in eine Gaststätte und rief von dort aus die Polizei. Bis zu deren Eintreffen setzten die Angreifer noch zwei Mülltonnen in Brand.

Halbjahresstatistik der RAA Sachsen: Landkreis Leipzig mit den meisten neonazistischen Angriffen

5.

August
2010
Donnerstag

Laut der Halbjahresstatistik der Opferberatungsstellen für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt der RAA Sachsen e.V. gab es von Januar bis Juni 2010 in Sachsen 120 Übergriffe. Im Vorjahreszeitraum hatte die RAA 94 rechtsmotivierte Gewaltdelikte registriert. Eine Schwerpunktregion bildete in den ersten sechs Monaten der Landkreis Leipzig mit 21 Angriffen. Damit liegt der Landkreis zusammen mit der Stadt Dresden an der Spitze der Statistik. Im Verhältnis zur Einwohner_innenzahl weist der Landkreis sogar mit Abstand den höchsten Wert auf.

Nach WM-Achtelfinale: Jubelparade mit Beleidigungen

27.

Juni
2010
Sonntag

Nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zogen mehrere Personen jubelnd zu Fuß und mit Fahrzeugen durch den Leipziger Osten. Als die kleine Parade an der Kreuzung Eisenbahnstraße/Idastraße einen Zwischenstopp einlegte, beschimpften die mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und anderen Fan-Utensilien ausgestatteten Deutschland-Fans die Nutzer_innen des dortigen Wächterhauses, die gerade am offenen Fenster die Sonne genossen. Laut Augenzeug_innen wurden von der offenen Ladefläche eines Kleinlaster Beleidigungen wie "Ihr Dreckspack" gerufen.

CDU-Politiker empört sich über "abnormalen" CSD

23.

Juli
2010
Freitag

In einer Email an die Veranstalter_innen des Christopher Street Day (CSD) in Leipzig hat der sächsische CDU-Politiker Kai Hähner Schwule und Lesben in homophober Weise beleidigt und diskriminiert. Er bezeichnete nicht-heterosexuelle Lebensweisen als "Abnormalität", die der Gesellschaft durch Veranstaltungen wie dem CSD "regelrecht aufgedrängt" werden würden. Weiterhin wirft er Homosexuellen vor, durch die öffentliche Thematisierung ihrer Sexualität Jugendliche in ihrer sexuellen Findungsphase "verleiten" zu wollen.

Konzert der Nazi-Band "Kategorie C" in Leipzig

10.

Juli
2010
Samstag

Am Samstagabend spielte die Band "Kategorie C - Hungrige Wölfe" in den Räumen des Motorradclubs "Underdogs" im Gewerbepark Großzschocher. Auf Anfrage erklärte die Vermieterin des Grundstückes, dass das Konzert nicht öffentlich gewesen und sie deshalb nicht über die Veranstaltung informiert gewesen sei; wie auch die Leipziger Polizeidienststelle schätzt die Vermieterin die Band als nicht "rechtsradikal" ein. Begründet wird dies damit, dass der sächsische Verfassungsschutz "Kategorie C" nicht beobachtet.

Zurückgewiesener Sexist schlägt zu

20.

März
2010
Samstag

Am 20. März fand im S-Bahnhof Plagwitz eine Elektroparty statt. Auf der Tanzfläche wurde eine junge Frau von einem Mann am Gesäß begrapscht. Nachdem sie ihm deutlich erklärte, dass sie das als Grenzübertritt empfindet, grapschte er erneut zu. Die Betroffene wusste sich des sexistischen Übergriffs nicht anders zu erwehren und verpasste ihm eine Backpfeife. Der Mann, offensichtlich in seiner Eitelkeit als Mann gekränkt, schlug ihr daraufhin mit der Faust ins Gesicht. Dann verschwand er in der Menschenmenge auf der Tanzfläche.