Alltagsrassismus | chronik.LE

Alltagsrassismus

Ereignisse nach Themen

Leipziger Bürger mobilisieren gegen Sinti und Roma

27.

August
2010
Freitag

Im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf drohen Anwohner_innen eine Bürgerwehr gegen eine Gruppe von Sinti und Roma zu gründen. In einem offenen Brief machen sie diese für große Verschmutzungen, belästigende Bettelei, Steine werfende Kinder und sonstige Kriminalität rund um die Lukaskirche verantwortlich. Die Gründung einer Bürgerwehr gegen Sinti und Roma stellt für die Bewohner_innen den Weg dar, um ihrer extreme(n) Feindlichkeit gegen die betreffende Minderheit Ausdruck zu verleihen.

LVZ protegiert rassistische Äußerungen

26.

August
2010
Donnerstag

Am 30. August veröffentlicht Thilo Sarrazin (SPD) sein Buch "Deutschland schafft sich ab". Bereits im Vorfeld entspannte sich eine heftige Kontroverse um die rassistischen und antisemtischen Äußerungen Sarrazins. Die Leipziger Volkszeitung stellt sich dabei schützend vor das Bundesbank-Vorstandsmitglied und verharmlost seine Thesen als "unbequeme Wahrheiten".

Neulich in Leipzig: Der "Party-Patriotismus" bricht sich wieder Bahn

13.

Juni
2010
Sonntag

Am Leipziger Hauptbahnhof ist Freitag Nacht ein Mann aufgrund seiner Hautfarbe mehrfach angepöbelt worden. An der Straßenbahnhaltestelle ging er durch eine Gruppe von 50 Menschen, die den abendlichen Sieg der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM der Männer feierten.

Ausstellung über Asylbewerber_innen in Leipzig zerstört

29.

Mai
2010
Samstag

Unbekannte haben am 29. Mai in Plagwitz eine Ausstellung über die Lebenssituation von Asylbewerber_innen in Leipzigs Wohnheimen zerstört. Am Abend wurden die Texte und Fotografien von den Stelltafeln abgenommen, zerrissen und auf den Boden geworfen. Die Tafeln wurden aus ihrer Verankerung gerissen.

Neulich in Leipzig: Thor Steinar und andere "Meinungen"

10.

Mai
2010
Montag

Eine in einem Leipziger Café auf die von Neonazis getragene Marke "Thor Steinar" angesprochene Bedienung gab an, dass es schwierig sei, alle Menschen mit den "verschiedensten Meinungen, die es da ja so gibt" des Hauses zu verweisen. in ihrer Abwehrrede verfing sie sich in weiteren Äußerungen über "Menschen anderer Herkunft", denen man ja dann auch konsequenter Weise Hausverbot erteilen müsse, da "deren Landsmänner" bekanntermaßen "klauen würden".

"Überhaupt nichts los" in Mügeln

24.

April
2010
Samstag

Erneut haben Neonazis ein Fußballspiel des Vereins Roter Stern Leipzig (RSL) gestört: Der Schiedsrichter der Auswärtspartie gegen SV Mügeln-Ablaß 09 hat die Begegnung am Sonnabendnachmittag in der 80. Minute abgebrochen, nachdem sich Spieler des RSL unter anderem über antisemitische Parolen ("Ein Baum, ein Strick, ein Judengenick", "Juden raus") und das Absingen des "U-Bahn-Liedes" ("Eine U-Bahn bauen wir von Jerusalem nach Auschwitz") beschwert hatten.

Neulich in Leipzig: Ausländische Mitbürger, Polizeiberichte und ein Ausraster

16.

April
2010
Freitag

Am 16. April gab die Polizeidirektion Leipzig eine Pressemitteilung heraus, in der über den räuberischen Übergriff eines Kunden auf einen Ladenbetreiber in Reudnitz berichtet wird. Darin heißt es unter anderem:

Neulich in Leipzig: Stereotype von (Süd-)Afrikaner_innen auf der AMI

17.

April
2010
Samstag

Ein auf der Automobilmesse International (AMI) ausstellender Hauptsponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat während der Messe typische, vorurteilsgeprägte Afrika-Bilder gezeigt. Auf der Bühne des Autoherstellers präsentieren schwarze Deutsche dem Internetauftritt des Herstellers zufolge "afrikanischen Akrobatik-Tanz". Heißt: in Leopardenfell-Kostümen gekleidete Menschen spielen Bongos und tanzen dazu.

Grimma: Asylbewerber_innen rassistisch beleidigt

24.

Juni
2009
Mittwoch

Zwischen dem 24. Juni und dem 8. Juli besetzten vier Asylberwerber_innen-Familien die Grimmaer Frauenkirche. In unmittelbarer Nähe der Kirche nahmen Unterstützer_innen der Familien wiederholt Personen wahr, welche mit rassistischen Parolen provozierten. Ein Grimmaer Bürger skandierte beispielsweise, dass "eine Handgranate in die Kirche" eine "gute Idee" wäre und dass die Familien "dorthin zurück kehren sollen, wo sie hergekommen sind!"