Mord

Ereignisse nach Themen

Thomas K. als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt

2.

Januar
2015
Freitag

Thomas K. wurde am 4. Oktober 2003 in Leipzig-Wahren mit einem Messer niedergestochen. Er wurde gerade einmal 16 Jahre alt. Laut Gerichtsurteil waren die Täter einer "Gruppierung mit ersichtlich rechtsnationaler Gesinnung" zugehörig, deren Feindbild schloss nach Darlegung des Gerichts auch Drogenkonsument_innen mit ein. Die Misshandlung dieser Klientel wurde sich anscheinend bewusst vorgenommen. Thomas K. wurde laut Urteil ein zufälliges "Ersatzziel". Der Mörder René M. wurde zu einer zehnjährigen Strafe in Jugendhaft verurteilt.

Zeugenvernehmung am Landgericht: "Sie haben als Arbeitsloser doch sonst nichts zu tun"

27.

März
2012
Dienstag

Bei der Vernehmung eines wichtigen Zeugen im Prozess wegen der brutalen Tötung des Wohnungslosen André K. in Oschatz äußerte sich der Richter am 27. März herabwürdigend über Arbeitslose. "Sie müssen sich doch erinnern können, Sie haben als Arbeitsloser doch sonst nichts zu tun", hielt Richter Norbert Göbel dem Zeugen vor und versuchte ihn auf diese Weise unglaubwürdig zu machen.

Der Tod eines Obdachlosen

Junge Männer treten im sächsischen Oschatz den Obdachlosen André K. zu Tode. Ob rechter Hass das Motiv war, hat die Staatsanwaltschaft nicht ermittelt

Von Michael Kraske

Nicht mal ein Foto ist von André K. geblieben. Als hätte es ihn nie gegeben. Das Wartehäuschen am Südbahnhof im kleinen Oschatz mitten in Sachsen, wo sich der 50-Jährige am Abend des 26. Mai schlafen gelegt hatte, ist neu gestrichen. Die Bank, auf der er mit einem Tritt geweckt wurde, ist entfernt worden. Müll liegt rum. Kein Kranz, keine Tafel erinnern daran, dass junge Männer ihn hier so lange traten, bis er sich nicht mehr rührte.

Dass sie André K. blutend zurück ließen, mit zertrümmertem Gesicht und gebrochenen Rippen. In einem Leipziger Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen. Die Tat erscheint anlasslos, die Täter so mitleidlos, dass eine Frage bleibt: Warum?

Oschatz: Obdachloser stirbt nach brutalem Angriff - Hinweise auf rechtes Tatmotiv

27.

Mai
2011
Freitag

Am 27. Mai wurde der Wohnungslose André K. am Oschatzer Südbahnhof von drei Männern so brutal zusammengeschlagen, dass er wenige Tage später, am 1. Juni, seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus erlag. Mit Tritten und Schlägen hätten die ortsansässigen Täter ihrem Opfer massive Verletzungen am Kopf zugefügt.

Keine Hemmungen - Neonazis ermordeten sechs Menschen in Leipzig seit 1990

Im Herbst 2010 wurde der 19-Jährige Kamal K. von zwei Rassisten am Leipziger Hauptbahnhof ermordet. Er war nicht der Erste, der durch Nazigewalt sein Leben verlor. In Deutschland starben seit 1990 zwischen 137 [1] und 149 [2] Menschen durch menschenfeindliche Übergriffe [3]. Die Bundesregierung zählt dagegen bisher nur 47 beziehungsweise 49 Tote [4] offiziell als „Opfer rechtsextremer Gewalt“. Die deutliche Differenz ergibt sich daraus, dass die Kriminalämter nur solche Fälle als „rechtsextrem“ motiviert einstufen, bei denen die Ermittler_innen eindeutig feststellen, dass die Täter organisierte Neonazis sind und darüber hinaus klare Anhaltspunkte für eine politische Motivation vorliegen. Aus verschiedenen Gründen finden Erkenntnisse zu ideologischen Tatmotiven jedoch oftmals keinen Eingang in die Ermittlungsakten. Auch vor Gericht werden sie häufig kaum berücksichtigt.

Junger Leipziger stirbt nach Messerattacke

24.

Oktober
2010
Sonntag

In der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober ist ein 19-Jähriger im Müllerpark vor dem Leipziger Hauptbahnhof von zwei Personen angegriffen und niedergestochen worden. Das Opfer, Kamal K., erlag kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Zwei Tatverdächtige konnten von der Polizei unweit des Tatortes im Besitz der mutmaßlichen Tatwaffe aufgegriffen werden und sind wegen Verdacht des Totschlags in Untersuchungshaft überstellt worden.

Obdachloser stirbt zwei Wochen nach heimtückischem Überfall

6.

September
2008
Samstag

Zwei Wochen nach einem gewaltsamen Übergriff auf ihn ist ein Obdachloser aus Leipzig am Sonnabend im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Passanten hatten den Mann nach Polizeiangaben am Morgen des 23. August gegen 7.30 Uhr auf einer Parkbank am Schwanenteich bei der Oper entdeckt. Der 59-jährigen Obdachlose war bewusstlos und vom Regen durchnässt. Bei ihm wurden lebensgefährliche Verletzungen am Kopf festgestellt, er war deshalb ins Universitätsklinikum eingeliefert worden.