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Ein Plädoyer für rassismuskritische Lehramtsbildung

Gastbeitrag

Schulen haben den Auftrag, jungen Menschen Mündigkeit sowie eine freiheitlich-demokratische Haltung zu vermitteln, die demokratische Gesellschaften idealerweise auszeichnen. Dazu gehört auch, sich aktiv allen Formen von Diskriminierung entgegen zu stellen. Doch Lehrer_innen vermitteln manchmal ausschließlich das, was sie selbst in ihrem Studium gelernt haben. Auch die Universität ist nicht frei von gesellschaftlichen Unterdrückungszusammenhängen, Herrschaftsmechanismen und Menschen, die diese (un)bewusst verschleiern. Besonders hier bedarf es dringend mehr politischer antirassistischer Bildung und ein Verständnis dafür, dass eine antirassistische Haltung nicht vom Himmel fällt, sondern Ergebnis langwieriger Auseinandersetzung ist. Diese Bildungsarbeit muss gesellschaftskritisch, emanzipatorisch und handlungsorientiert sein!

Interview mit Jana, beteiligt am Gedenken an Nuno Lourenço

Interview

Am 04. Juli 2019 fand auf dem Bahnhofsvorplatz in Markkleeberg-Gaschwitz eine Gedenkveranstaltung für Nuno Lourenço statt. Dieser wurde 1998 von acht Neonazis nach einem verlorenen Deutschlandspiel so schwer verprügelt, dass er an den Spätfolgen des Angriffs verstarb. Am Lernwelten-Gymnasium Großdeuben beschäftigte sich eine Gruppe Schüler_innen im Rahmen einer Projektwoche mit dem Mord und organisierte die Gedenkveranstaltung. Interview mit einer der beteiligten Schüler_innen.

War dir der Mord an Nuno Lourenço schon vor dem Projekt bekannt?
Tatsächlich nicht, ich hatte persönlich noch nichts davon gehört. Unsere Geschichtslehrerin hat uns davon erzählt und vorgeschlagen den Mord mit Martin Haufe, einem Künstler und Martin Baumert, einem Historiker gemeinsam aufzuarbeiten.