Rassismus | chronik.LE

Rassismus

Ereignisse nach Themen

Mügeln: Mann ruft "rechtsgerichtete und ausländerfeindliche Parolen"

30.

März
2011
Mittwoch

In Mügeln begab sich ein 34-jähriger Mann trotz gerichtlicher Verfügung gegen 21.15 Uhr in die Rosa-Luxemburg-Straße und brüllte vor der Wohnung seiner Freundin "rechtsgerichtete und ausländerfeindliche Parolen" (Polizeimeldung).

"Ich muss doch als Sterntaler weiß und blond sein?" - Eine Leipzigerin berichtet von ihren alltäglichen Rassismuserfahrungen

Rassismus

Die Auseinandersetzung mit Herkunft, kultureller Identität, Wurzeln, Hautfarbe und meinem eigenen Weißsein spielte in meinem Leben keine Rolle. „Das ist doch heute kein Problem mehr. Bei uns doch nicht“, habe auch ich einmal gesagt. Dass ich mich geirrt habe, erlebe ich seit der Geburt meiner schwarzen Tochter. „Du hast wohl zu viel Möhrensaft getrunken?“, wird sie am ersten Tag in der Kinderkrippe von der Erzieherin gefragt. Ich verstehe gar nicht, was sie mit der Frage meint. Erst später begreife ich die Anspielung auf ihre Hautfarbe. Wenige Monate danach plappert meine Tochter beim Abendessen das Wort „Neger“ aus. Ich weiß nicht, wo sie das aufgeschnappt hat und sie ist noch zu klein, um es mir zu erzählen. Spätestens jetzt wird mir klar, dass sich unser Familienleben von dem monokultureller Eltern unterscheidet.

Staatlich geförderte Menschenrechtsverletzung - Das MEDINETZ organisiert Widerstand gegen den Ausschluss Illegalisierter aus dem Gesundheitssystem

Weitere Dossiers

„Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so eine einfache Weise zustande wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustande kommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.“ Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche 1940/41

Neulich bei der Polizei: "Racial Profiling" und Verstoß gegen Pressekodex

18.

März
2011
Freitag

Die Polizeidirektion Westsachsen berichtet in einer Pressemitteilung am Freitag von einem Kabeldiebstahl der sich in Neukieritzsch ereignet haben soll. Dieser wird in Zusammenhang mit einem "polnischen Transporter" gebracht, der in Brandenburg in eine Kontrolle der Autobahnpolizei geraten war.

Neonazistische Schmierereien in Eilenburg

9.

April
2010
Freitag

Unbekannte beschmierten die Außenfassade eines Supermarktes mit mehreren neonazistischen Parolen. So brachten sie u.a. "Ausländer raus" und "NS jetzt!" an.

Neulich bei der Polizei: "Polnische Diebe"

13.

März
2011
Sonntag

In ihrer täglichen Presseinformation berichtet die Polizeidirektion Westsachsen von einem Vorfall am 13. März, bei dem "zwei polnische Männer (...) versuchten (an einem Fahrzeug) Räder abzubauen und zu entwenden", wobei sie und Beamt_innen des "Torgauer Reviers gestellt und vorläufig festgenommen" wurden.

Neulich in der LVZ: Völkerkunde im Sportteil

23.

Februar
2011
Mittwoch

In der Mittwochsausgabe der Leipziger Volkszeitung (LVZ) kommentiert Guido Schäfer das bevorstehende Spiel des Fußball-Drittligisten "RB Leipzig" gegen die Berliner Mannschaft "Türkiyemspor". Dabei lässt der Sportredakteur ausgesprochenes völkerkundliches Expertenwissen über "Türken" erkennen. Unter anderem heißt es, der Trainer von RB Leipzig „kennt und schätzt die Mentalität der Südländer: 'Für türkische Mannschaften sind Stolz und Ehre ganz wichtig'“. Des weiteren werden die Berliner als "heißblütige türkische Fußballer" bezeichnet.

Keine Hemmungen - Neonazis ermordeten sechs Menschen in Leipzig seit 1990

Neonazismus

Im Herbst 2010 wurde der 19-Jährige Kamal K. von zwei Rassisten am Leipziger Hauptbahnhof ermordet. Er war nicht der Erste, der durch Nazigewalt sein Leben verlor. In Deutschland starben seit 1990 zwischen 137 [1] und 149 [2] Menschen durch menschenfeindliche Übergriffe [3]. Die Bundesregierung zählt dagegen bisher nur 47 beziehungsweise 49 Tote [4] offiziell als „Opfer rechtsextremer Gewalt“. Die deutliche Differenz ergibt sich daraus, dass die Kriminalämter nur solche Fälle als „rechtsextrem“ motiviert einstufen, bei denen die Ermittler_innen eindeutig feststellen, dass die Täter organisierte Neonazis sind und darüber hinaus klare Anhaltspunkte für eine politische Motivation vorliegen. Aus verschiedenen Gründen finden Erkenntnisse zu ideologischen Tatmotiven jedoch oftmals keinen Eingang in die Ermittlungsakten. Auch vor Gericht werden sie häufig kaum berücksichtigt.

How to talk about... Plädoyer für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch

Rassismus

Sprache ist nicht „neutral“. Tagtäglich verwendete Redeweisen, Begriffe und inhaltliche Zusammenhänge dienen uns einerseits als Ausdrucksmittel unseres Denkens. Andererseits prägt und strukturiert die von uns verwendete Sprache dieses Denken in einer Art und Weise, die wir uns selten vergegenwärtigen. Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Sprache kann einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Diskriminierung in unserer Gesellschaft leisten.

Nie ohne Fluchtplan - Eine Betroffene rechter Gewalt berichtet

Neonazismus

Der Alltag in einer Kleinstadt verkommt zum Spießrutenlauf, wenn man nicht ins Bild passt. In Bad Lausick (Landkreis Leipzig) haben Neonazis einer Berufsschülerin nachgestellt. Uns erzählt sie von vielen bedrohlichen Begegnungen – und ihrer Angst, immer einen Fluchtplan zu brauchen.