Sozialdarwinismus | chronik.LE

Sozialdarwinismus

Ereignisse nach Themen

Männergruppe greift in Großzschocher Wagenplatzbewohner_innen und Passant_innen an

21.

Mai
2020
Donnerstag

Am Abend des sogenannten „Männertags“ greifen in Großzschocher, in der Nähe des Cospudener Sees, vier Personen die Bewohner_innen eines Wagenplatzes sowie Passant_nnen körperlich und verbal an und bedrohen diese mehrfach. Der Verlauf wird nachfolgend dokumentiert und zeigt dabei die menschenverachtende Dimension und politische Motivation des Angriffes. Hierbei kommt es zur expliziten Schilderung von Gewalterfahrungen.

Aufforderung zum Mord an Drogendealern

2.

November
2019
Samstag

An einer Hauswand in der Altenburger Straße wird dazu aufgefordert Drogendealer umzubringen. Neben der Tatsache, dass es sich bei Mordaufrufen immer um eine reaktionäre und menschenverachtende Gesinnung handelt, kommt hier eine gesellschaftlich geteilte Ablehnung und teilweise sogar Hass auf Drogendealer dazu. Diesen wird unterstellt für soziale Probleme verantwortlich zu sein, wobei sie lediglich Ausdruck, nicht aber Ursache, dieser sind.

Barbetreiber wollen Obdachlosen vertreiben

26.

Oktober
2019
Samstag

Vor der Bar "Goldhorn" bittet eine vermutlich obdachlose Person um Geld. Die Betreiber der Bar reden daraufhin auf den Mann ein und wollen ihn dazu bewegen dies nicht an dieser Stelle zu tun. Der Mann lässt sich von der Abwertung der beiden, die ihn offensichtlich nicht als Teil der Normalgesellschaft begreifen und ihm nicht die selben Rechte zugestehen, nicht beirren und bleibt.

Neulich in Leipzig: Diffamierung von Hartz-IV-Bezieher_innen am Amtsgericht

3.

Juli
2018
Dienstag

Während des Gerichtsprozesses von Bewohner_innen eines Hauses in der Thierbacher Straße (Leipzig-Connewitz) gegen den Hauseigentümer äußert sich dessen Anwalt gegenüber Besucher_innen der Verhandlung in herabwürdigender Weise. So tituliert er Anwesende als "Kasper" und fragt in den Sitzungssaal, dabei aber zur Publikumsreihe gewandt, die er als Hartz-IV-Bezieher_innen bezeichnet, "was sie denn um diese Uhrzeit hier schon wollen“ können.

Neulich in Leipzig: Obdachlosenfeindlichkeit

20.

Februar
2018
Dienstag

Bankbesitzer- und Mitarbeiter_innen von Leipziger Banken beschweren sich gegenüber LVZ über Wohnungslose, die sich in ihren Filialen aufhalten. Sie behaupten die Sicherheitslage für Kunden würde sich dadurch verschlechtern, obwohl es "Überfälle oder Diebstähle noch nicht gegeben" (LVZ-Artikel vom 20.02.2018) hat. Die öffentlich zugänglichen Filialen werden meist in den Wintermonaten einer der wenigen Orte, wo Wohnungslose sich bei Minusgraden über Nacht aufhalten können.

Bild-Zeitung hetzt gegen Obdachlose in Leipzig

12.

September
2017
Dienstag

Die Leipziger Bild-Zeitung veröffentlicht einen Artikel, in dem sich mehrere Leipziger Einzelverkäufer*innen und Händler*innen massiv gegen Obdachlose aussprechen, die sich in der Innenstadt und vor ihren Läden aufhalten. Die Bildzeitung spricht sogar von einem "Belagerungszustand". Der Unternehmerverband-Präsident Hartmut Bunsen (76) fordert ein härteres Durchgreifen der Stadt gegen die Obdachlosen, um sie so "wie nervige Straßenmusiker [...] einfacher los zu werden".

Vertreibung "Unerwünschter" vom Hauptbahnhof

1.

Mai
2017
Montag

Seit dem Jahr 2017 dröhnt aus extra angebrachten Boxen an den Eingängen des Leipziger Hauptbahnhofs klassische Musik. Damit werden Personengruppen, die als unerwünscht gelten, mit Hilfe "subtiler" ordnungspolitischer Mittel aus dem öffentliche Raum vertrieben. Zwar betont der Center-Manager des Hauptbahnhofs, dies sei nicht das Ziel der Aktion gewesen, doch ist dieser Effekt nicht zu übersehen. Seitdem die Musikbeschallung initiiert wurde, ist die Zahl an "daueransässigen" Personen am Hauptbahnhof massiv gesunken.

Naunhof: Mann fast zu Tode geprügelt

3.

Juni
2016
Freitag

Gegen 22:30 Uhr bewegen sich Maik E. und drei weitere Männer in Richtung eines Naunhofer Einkaufsmarktes, als sie in der Ladestraße einen Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erblicken. Im Prozess sagt einer der Männer aus, sie seien neugierig gewesen, was passiert sei und haben sich daher in Richtung des Rettungswagens bewegt.

Thomas K. als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt

2.

Januar
2015
Freitag

Thomas K. wurde am 4. Oktober 2003 in Leipzig-Wahren mit einem Messer niedergestochen. Er wurde gerade einmal 16 Jahre alt. Laut Gerichtsurteil waren die Täter einer "Gruppierung mit ersichtlich rechtsnationaler Gesinnung" zugehörig, deren Feindbild schloss nach Darlegung des Gerichts auch Drogenkonsument_innen mit ein. Die Misshandlung dieser Klientel wurde sich anscheinend bewusst vorgenommen. Thomas K. wurde laut Urteil ein zufälliges "Ersatzziel". Der Mörder René M. wurde zu einer zehnjährigen Strafe in Jugendhaft verurteilt.

Zeugenvernehmung am Landgericht: "Sie haben als Arbeitsloser doch sonst nichts zu tun"

27.

März
2012
Dienstag

Bei der Vernehmung eines wichtigen Zeugen im Prozess wegen der brutalen Tötung des Wohnungslosen André K. in Oschatz äußerte sich der Richter am 27. März herabwürdigend über Arbeitslose. "Sie müssen sich doch erinnern können, Sie haben als Arbeitsloser doch sonst nichts zu tun", hielt Richter Norbert Göbel dem Zeugen vor und versuchte ihn auf diese Weise unglaubwürdig zu machen.