Thilo Sarrazin

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Das Problem heißt Rassismus. Armut und soziale Ungerechtigkeit sollen auf dem Rücken von Migrant_innen ausgetragen werden

Rassismus

„Deutschland schafft sich ab“, prophezeit der ehemalige Bundesbanker Thilo Sarrazin (SPD) in seinem Ende August erschienenen Buch. Er löste damit bundesweit eine kontrovers geführte öffentliche Debatte über Migration und Integration aus, die vor allem durch zweierlei auffällt: heftige Emotionen und eine bislang ungekannte Akzeptanz rassistischer und diskriminierender Äußerungen. Auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) hat sich hierbei sehr unrühmlich hervorgetan.

Nur die Fakten sterben aus. Zu wissenschaftlichem Wert, politischem Zweck und diskriminierender Funktion von Bevölkerungsprognosen

Rassismus

„Die BRD führt uns unaufhaltsam in den Volkstod“, wurde unlängst auf einer Neonazi-Website aus dem Leipziger Umland schwadroniert. „Der finale Todesstoß wird mit der Überfremdung unserer Heimat mittels herangekarrter Migranten gesetzt.“ Solche apokalyptischen Äußerungen sind Werbung für nationalsozialistische Ideologie. Schon 1984 rechnete der neonazistische „Schutzbund für das deutsche Volk“ (SDV) vor, in 300 Jahren werde es nur noch 6400 Deutsche geben. Der Gründung des SDV ging 1981 das so genannte „Heidelberger Manifest“ voraus, in dem eine Hand voll deutscher Professoren per Unterschrift ihre Besorgnis über eine angebliche „Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von vielen Millionen von Ausländern und ihren Familien, die Überfremdung unserer Sprache, unserer Kultur und unseres Volkstums“ ausdrückten.

Leipziger "Intelligenzforscher" wird in NPD-Zeitschrift als "Vordenker Sarrazins" gefeiert

21.

Dezember
2010
Dienstag

In der im Dezember erschienen 16. Ausgabe der sich selbst als "radikal rechte Zeitung" verstehenden Theorie-Zeitschrift "Hier & Jetzt" (bezeichnenderweise abzukürzen mit HJ) der sächsischen NPD (herausgegeben vom parteinahen "Bildungswerk für Heimat und nationale Identität") findet sich ein längeres Interview mit dem Leipziger Biologen und Genealogen Volkmar Weiss.

Tommy Naumann und andere NPD-Größen bei Sarrazin-Lesung in Dresden

13.

Januar
2011
Donnerstag

Ein wenig neidisch werden sie sicher gewesen sein, die NPD-Mitglieder, die am 13. Januar in Dresden Zeuge davon wurden, wie der Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin mit Aussagen, die inhaltlich gar nicht so weit weg sind von ihrem Programm, in der Messehalle für Begeisterung sorgte. Über 2.500 Besucher_innen sollen 12 Euro dafür bezahlt haben, den Ausführungen des Autors von "Deutschland schafft sich ab" lauschen zu dürfen. Laut taz stammte das Publikum größtenteils aus dem Dresdner Kleinbürgertum. Laut "Alternative Dresden News" (addn) haben auch mehere Neonazis Eintritt bezahlt, u.a.