Diskriminierende Sprechchöre bei Leutzscher Derby

09.

Juni
2012
Samstag
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Samstag, 9. Juni 2012

Am Nachmittag fand im Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig-Leutzsch das Stadtteilderby zwischen der SG Leipzig-Leutzsch (SGLL) und der BSG Chemie Leipzig statt.

Schon vor Anpfiff und während der ersten Spielminuten grölten Fans der BSG Chemie, unter ihnen auch die als antirassistisch und antisexistisch geltende Ultragruppierung "Diablos", mehrfach lautstark "Warum seid ihr Huren so wenige?". Dieser wurde daraufhin von Anhänger_innen der SG Leipzig Leutzsch wortgleich erwidert.

Die Benennung des gegnerischen Fanlagers als 'Huren' stellt eine sexistische Herabwürdigung dar, mit der eine Abwertung von Frauen im Allgemeinen einhergeht. Beide Vereine positionieren sich in ihren aktuellen Satzungen gegen diese Form der Diskriminierung. So vertritt die BSG laut Satzung die geschlechtliche Gleichstellung und verpflichtet sich zu einem konsequentem Eintreten gegen Sexismus. Auch die SGLL bekennt sich in ihrer Satzung zu individueller Selbstbestimmung und Fairplay.

Während des weiteren Spielverlaufes grölten Fans der SGLL die nationalistische, vor allem aber sinnfreie Parole „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher". Die Losung wird von einigen SGLL-Fans nach wie vor als Teil eines Traditionsrepertoires angesehen und wurde während des Spiels auch auf Spruchbändern in mehreren Sprachen präsentiert. Gleichzeitig, so berichten Augenzeug_innen, erhoben einzelne Fans jedoch mehrfach den Arm zum Hitlergruß, was die anwesende Polizei jedoch geflissentlich ignorierte.