Muldental und Nordsachsen: vier JN-Stützpunkte gegründet

22.

November
2009
Sonntag
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Sonntag, 22. November 2009

In Delitzsch-Eilenburg, Torgau, Oschatz und Wurzen wurden gleichzeitig "Stützpunkte" der NPD-Nachwuchsorganisation JN (Junge Nationaldemokraten) gegründet. Die Gründungsversammlung der vier neuen Stützpunkte fand im NPD-Büro in der Odermannstraße in Leipzig statt; der Leipziger Stützpunktleiter, auch Chef der JN Sachsen, Tommy Naumann freute sich über angebliche 80 "Interessenten". Ein weiterer JN-Stützpunkt sei in Borna geplant.

Damit strukturiert sich die jüngere Neonazi-Szene in Nordsachsen und dem Muldental neu. Nach Vorarbeit des ehemaligen Kameradschaftsführers und Initiators des "Freien Netzes" Maik Scheffler sollen die JN-Stützpunkte die "Freien Kräfte" an die NPD binden.
(dazu auch das Dossier: Ende der "Freiheit": In Leipzig und Umgebung sollen die "Freien Kräfte" an die NPD gebunden werden)

Dank der neuen JN-Stützpunkte, welche die vorhandenen "losen Kameradschaften und Einzelgruppierungen" bündeln würden, entstünde nun eine "weltanschaulich einheitlich ausgerichtete Gemeinschaft". Die lockere Organisationsform sei zwar nötig gewesen, um "die Köpfe frei zu machen für einen neuen Weg", hätte aber zu "einer verworrenen Hierarchie verbunden mit oft ins Leere laufendem Aktionismus" geführt, so JN-Chef Tommy Naumann bei der Gründungsversammlung. In einer Meldung der NPD Nordsachsen wird beklagt, dass die "nationalen Kräfte" in Gestalt von Kameradschaften oder Einzelpersonen zuvor "eher nebeneinander als miteinander politisch gearbeitet haben". Nun aber würden diese zu einer "jugendlichen Gesinnungs- und Tatgemeinschaft unter dem Dach der NPD" geformt.

NPD-Organisationsleiter Scheffler bemüht sich in seiner Erklärung wie üblich, die "Bewegung der nationalen Jugend in Nordsachsen" mit verschiedenen blumigen Metaphern herbeizuschreiben: Es handele sich um "eine Zahn in Zahn greifende Maschinerie", um "eine konstruktive Schaffensebene des inneren Kerns der nationalen Bewegung" oder auch einen "Zahn im Getriebe einer fortschrittlichen und einheitlichen Bewegung". Zusammen mit der "erfolgreichen Neuausrichtung der NPD-Kreisverbände der genannten Regionen" sollen die neuen JN-Stützpunkte die Voraussetzungen dafür schaffen, um "aus dem bereits bestehenden Wurzelgeflecht in Sachsen unverrückbare Bäume wachsen zulassen".

Scheffler strebt erklärtermaßen an, dem Landkreis Nordsachsen zur "zweiten Sächsischen Schweiz" der NPD zu machen. Allerdings gibt es zur Kontaktaufnahme bisher nur E-Mail-Adressen für Delitzsch-Eilenburg und Wurzen, nicht aber für die angeblichen Stützpunkte in Torgau und Oschatz.

Der Leiter des JN-Stützpunktes Muldental verkündete im Internet - allerdings nur in einem Kommentar beim "Aktionsbüro Nordsachsen" und nicht auf der Seiter der "NPD Muldentalkreis" -, dass die in den letzten Jahren vernachlässigte "nationale Jugendarbeit" im Raum Wurzen und Grimma nun im Rahmen der JN reorganisiert werden solle. Um "Mitstreiter für unsere deutsche Sache" zu werben, werde neben politischen Aktionen auch auf Angebote aus den Bereichen Sport, Kultur, Brauchtum, Geschichte und Kunst gesetzt. Damit wolle man einen "Gegenpol zu den Verdummungsmedien und den so genannten 'demokratischen Netzwerken' in der Region schaffen."

Quelle: 

Chronik.LE
Verfassungschutzkurzbericht für den Monat November 2009
NPD Nordsachsen / Aktionsbüro Nordsachsen vom 23.11.209