Die Polizei hat in der Nacht zum Sonntag ein Nazi-Konzert in Leipzig-Lindenau aufgelöst. Die Beamten seien durch "Ermittlungshinweise" auf die Veranstaltung in den Räumen des Steelwings-Motorradclubs in der Plautstraße aufmerksam geworden. Dort traten gegen 22 Uhr zwei Bands namens Short Cropped (Belgien) und Kampfzone (Bernburg/Saale) auf, die nach Polizeiangaben auch volksverhetzende Lieder sangen. Zur Auflösung des Konzerts setzten die Beamten ein Großaufgebot der Polizeidirektion Leipzig sowie Zusatzkräfte der Bereitschaftspolizei ein.
In den Klubräumen befanden sich zu diesem Zeitpunkt 60 Konzerbesucher_innen. In der unmittelbaren Umgebung seien "weitere 20 Personen des rechten Klientels" festgestellt worden, so die Polizei. Alle Personen seien einer Personenkontrolle unterzogen und identifiziert worden. Dabei stießen die Beamten auf "zahlreiche Gegenstände der rechten Szene, allerdings ohne strafrechtliche Relevanz". Es sei kein Widerstand geleistet und niemand verhaftet worden. Der Einsatz dauerte bis 4.30 Uhr am Sonntagmorgen an.
Der Steelwings-Motorradclub distanzierte sich von dem Konzert. In einer Stellungnahme auf der Club-Homepage heißt es, eine Privatperson hätte die Räume für eine Geburtstagsfeier nutzen wollen: "Leider haben wir den Fehler gemacht nicht in der Tiefe zu hinterfragen, wer denn auf der Gästeliste stehen würde."
PD Leipzig - Polizeibericht vom 09.08.2009, LVZ-Online und LVZ vom 10.08.2009, Stellungnahme des Steelwings-MC vom 10.08.2009




