Torgau: Nazis demonstrieren am "Elbe-Day"

24.

April
2010
Samstag
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Samstag, 24. April 2010

170 Mitglieder und Anhänger der Jungen Nationaldemokraten (JN) haben am Samstag in Torgau gegen den Elbe-Day protestiert.
Beim Elbe-Day wird jährlich am letzten Wochenende im April an die Begegnung von sowjetischen und US-amerikanischen Truppen zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor 65 Jahren erinnert. Auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof gedenken Veteranen und Bürger_innen den Opfern des Krieges.

Die Demonstration der Neonazis stand unter dem Motto "Jugend kämpft für Deutschlands Zukunft". Sie liefen mit schwarzen Fahnen und Trommeln durch die Stadt zum Bahnhof.
Als Redner angekündigt waren der Delitzscher NPD-Stadtrat Maik Scheffler, der Vorsitzende der JN-Sachsen Tommy Naumann und der Wurzener JN-Stützpunktleiter Mathias König. Scheffler kündigte in seiner Rede an, den Aufmarsch in den kommenden Jahren regelmäßig durchführen zu wollen. Dafür wollen die Nazis künftig bis zu 500 Anhänger mobilisieren.

In einer Pressemitteilung teilte die Partei mit: "Das ist die konsequente Antwort der nordsächsischen NPD auf die antideutsche Kostümparty, die unter dem Beifall der nordsächsischen Polit-Prominenz und unter Anwesenheit amerikanisch-russischer Veteranen am Elbufer in Torgau stattfand". Die NPD bringt hiermit unverhohlen ihre krude Geschichtsinterpretation zum Ausdruck, nach der die Alliierten des Zweiten Weltkrieges als Besatzer eines Deutsches Reiches anzusehen sind. Sie stellen sich damit bewusst in eine Kontinuität nationalsozialistischer Ideologie.

Zunächst war der Aufmarsch vom Landratsamt verboten worden. Am Freitag hob das Verwaltungsgericht Leipzig den Bescheid im Eilverfahren wieder auf. Das Landratsamt erließ daraufhin Auflagen: Das Laufen im Gleichschritt, bestimmte Parolen und eingespieltes Sirenengeräusch waren verboten.

Quelle: 

LVZ Online vom 24.04.2010, NPD-Blog vom 26.04.2010, Presseerklärung der NPD Nordsachsen