Überfall auf Regionalexpress im Wurzener Bahnhof - Fahrgast und Lokführer verletzt

22.

Dezember
2009
Dienstag
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Dienstag, 22. Dezember 2009

Vier maskierte Männer haben in der Nacht zum 23. Dezember im Wurzener Bahnhof auf einen jungen Mann eingeprügelt, der sich im Regionalexpress von Leipzig nach Dresden befand. Anscheinend handelte es sich um einen gezielten Überfall mit neonazistischem Hintergrund. Die vier Täter hatten auf dem Bahnsteig gewartet, als der Zug kurz nach Mitternacht in den Bahnhof einfuhr. Zwei der Männer blockierten die Türen des Zuges, so dass dieser nicht weiterfahren konnte. Die anderen beiden schlugen auf den 20-Jährigen ein und bedrohten ihn mit einem Küchenmesser. Als der hinzukommende Lokführer die Männer aufforderte, die Tür freizugeben, schlugen sie ihm eine Glasflasche auf den Kopf und bedrohten ihn ebenfalls mit dem Messer.

Die herbeigerufene Polizei nahm zwar die Fahndung nach den Tätern auf, konnte sie aber im Stadtgebiet nicht mehr auffinden. Die Platzwunde, die der Lokführer davon getragen hatte, musste im Wurzener Krankenhaus genäht werden. Der überfallene Fahrgast wurde ambulant durch Rettungskräfte versorgt. Der Zug konnte erst nach einer Stunde weiterfahren, da ein anderer Zugführer als Ersatz nach Wurzen gebracht werden musste.

Da die vier Schläger vor dem Überfall auch "rechte Parolen" von sich gegeben haben sollen, ermittelt mittlerweile auch die Soko REX des Landeskriminalamtes. Neben den zwei Geschädigten gab es noch zwei weitere Augenzeugen. Den Tätern werde gefährliche Körperverletzung und das Verwenden verfassungswidriger Symbole vorgeworfen, so eine Sprecherin des LKA in der LVZ. Zum Tatmotiv gebe es jedoch noch keinerlei Erkenntnisse.