Dokumentation faschistischer, rassistischer und diskriminierender Ereignisse in und um Leipzig

Nazis greifen Wohnhaus in Reudnitz an

22.

November
2007
Donnerstag

Am 22.11. überfielen gegen 21 Uhr knapp 40 vermummte Nazis ein Wohnhaus in der Holsteinstraße (Reudnitz-Thonberg). Dabei skandierten sie Parolen wie “Rotfront verrecke” und beschossen das Gebäude mit Signalmunition. Nach kurzer Zeit zerstreuten sich die Angreifenden, die nach rund fünf Minuten eintreffende

Nazis versuchen Kundgebung gegen "Thor Steinar"-Verkaufsstelle zu stören

17.

April
2008
Donnerstag

Bei einer angemeldeten Kundgebung vor dem Bekleidungsgeschäft "Boombastic" im Grünauer Allee-Center, auf der ca. 60 Menschen gegen den Verkauf der Nazimarke Thor Steinar demonstrierten, kam es zu Störversuchen durch der Nazi-Szene angehörige Personen. Zu tätlichen Angriffen ihrerseits kam es nicht.

Alternativer Fanladen in Leipzig Connewitz angegriffen

20.

April
2008
Sonntag

In der Nacht zum 20. April wurde der "Fischladen" (eine v.a. aus dem Umfeld des Fußballvereins Roter Stern besuchte Kneipe) in der Wolfgang-Heinze-Straße angegriffen. Unbekannte Täter, welche mit 2 Autos unterwegs waren, warfen mit Steinen Schaufensterscheiben ein und warfen auch einen Brandsatz an die Aussenfassade des Ladens. Letzterer richtete jedoch keine größeren Schäden an.

40 Nazis versuchen eine Spontandemo nach Connewitz

30.

April
2008
Mittwoch

Eine Gruppe von ca. 40 Neonazis versuchte in der Nacht vom 30.4. zum 1.5. eine Spontandemonstration die Karl-Liebknecht-Straße nach Süden Richtung Connewitz zu laufen. Die Gruppe wurde jedoch schon frühzeitig Ecke Hohe Straße von der Polizei gestoppt und am Weiterlaufen gehindert.

Lok-Fans skandieren auf dem Heimweg Nazi-Parolen

27.

August
2008
Mittwoch

Nach dem Freundschaftsspiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Werder Bremen ziehen am Mittwochabend bis zu 300 Lok-Fans vom Stadion aus durch das Waldstraßenviertel in Richtung Straßenbahn. Dabei skandieren sie lautstark die aus den letzten Tagen reichlich bekannte und anscheinend zunehmend der Identitätsstiftung dienende Nazi-Parole "Todesstrafe für Kinderschänder". Damit setzt sich die fortlaufende Instrumentalisierung der Tötung einer Achtjährigen in Leipzig-Reudnitz nun auch abseits der dortigen, von Neonazis organisierten bzw. dominierten Demonstrationen und Kundgebungen fort.

Rechte Fans jagen Spieler der RSL-Jugend nach Spiel gegen LSV Südwest

13.

Mai
2008
Dienstag

Nach Schlusspfiff des Spiels der A-Jugend LSV Südwest gegen die A-Jugend des Vereins "Roter Stern Leipzig" beschimpften 20 Fans des LSV die Spieler und Anhänger des Roten Sterns mit der Nazi-Parole "Zeckenpack" und sangen den Lok Gesang "Roter Stern - keiner hat euch gern". Anschließend verfolgten sie die RSL-Jugendlichen, welche zu Fuß abreisten, in den dahinterliegenden Park, mit der Absicht diese anzugreifen. Die Verfolgten konnten sich vor den Angreifern flüchten, mussten dabei jedoch Teile ihrer Ausrüstung am Ort des Geschehens zurücklassen.

Prozess wegen ausländerfeindlichem Übergriff im Oktober 2006

12.

Juli
2008
Samstag

Am 22. Oktober 2006 kam es in einer Kneipe in der Jahn-Allee zu einem gewaltsamen Übergriff auf einen Menschen aus Portugal. Aus rassistischem Anlass wurde dieser mit mehreren Faustschlägen und Fußtritten auf den Kopf mißhandelt. Sämtliche Vorderzähne des Opfers wurden dabei angebrochen.

Nazi-Plakate in Leipzig

28.

Januar
2008
Montag

In der Südvorstadt, Reudnitz und anderen Stadtteilen wurden Plakate mit der Aufschrift „Linken Terror aufdecken“ geklebt.

Darauf wurde Menschen, die offensichtlich willkürlich auf Demonstrationen fotografiert worden waren vorgeworfen, "Linke Gewalttäter" zu sein.

Antisemitische Hetze durch Lok-Fans

11.

November
2007
Sonntag

Am 11.11. kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Ultras der “Diablos” und älteren Chemie-Fans der “Metastasen”. Diese kündigten schon im Voraus an, die Auseinandersetzung mit den “Diablos” zu suchen, weil diese sich gegen Rassismus im Stadion verwehren. Anlässlich des Spiels Sachsen Leipzig gegen Sangerhausen kam es tatsächlich zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Rassistischer Übergriff in Reudnitz

23.

Februar
2008
Samstag

Am frühen Morgen wird in einer Tram Richtung Reudnitz ein Mann von zwei 26 und 27-jährigen Nazis aus rassistischen Motiven angegriffen. Sie beschimpften das Opfer als "Neger", schlugen ihn und traten ihn aus der offenen Tram.

Die Bewegung der Pandemie-Leugner:innen in Leipzig

Text

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie in Deutschland im März 2020 demonstrieren unterschiedliche Menschen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Gefordert wird u.a. die Freigabe der Patente, ein solidarisches Gesundheitssystem, wirtschaftliche Unterstützung. Aber auch die extreme Rechte protestiert. In der Öffentlichkeit erhält die Bewegung der Pandemie-Leugner:innen am meisten Aufmerksamkeit (Mullis 2020). Der Text ordnet dieses Phänomen ein und zeichnet die Entwicklung des lokalen Protestgeschehens in Leipzig nach.

Crowdfunding für Podcast "Bei uns doch nicht!"

Bei uns doch nicht! Podcast von chronik.LE

Seit Mai 2021 ergänzt der Podcast "Bei uns doch nicht" das Angebot von chronik.LE. Es geht darum, die Arbeit von chronik.LE niedrigschwellig auch als Hörstück zugänglich zu machen, um noch mehr Menschen zu erreichen und damit mehr zivilgesellschaftliches Engagement zu erwirken.
Um eine Weiterarbeit finanzieren zu können, sind die Podcastmacherinnen – ebenso wie chronik.LE – auf Spenden angewiesen.

Podcast-Folge 07: #keinemehr - Gewalt im Geschlechterverhältnis

Bei uns doch nicht! Podcast von chronik.LE

Passend zu diesem herbstlichen Sonntag gibt es heute wieder eine neue Folge von „Bei uns doch nicht!“, dem Podcast von chronik.LE. Anlässlich des 25. November sprechen wir über sexualisierte Gewalt und Feminizide. Zusammen mit Frauen für Frauen, #keinemehr Leipzig und Heinz-Jürgen Voß (Professor_in für Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung an der HS Merseburg) betrachten wir die patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft und entwickeln feministische Forderungen!

C.N.: K.O.-Tropfen

Soliparty 10.09.2021

Auf unserer Soliveranstaltung am Freitag, 10.09., haben mindestens zwei Personen vermutlich GHB/GBL (auch bekannt als K.O.-Tropfen) in ihrem Getränk unwissend und unfreiwillig zu sich genommen. Ihnen gilt unsere volle Solidarität.
Falls ihr selbst das auch erlebt oder von weiteren (Verdachts-)Fällen mitbekommen habt, könnt ihr euch damit an uns wenden und wir schauen, wie wir euch unterstützen können.

Neue Dossiers

Der Beitrag erschien zuerst in: Hummel, Steven / Zschocke, Paul (2021): Die Bewegung der Pandemie-Leugner_innen in Leipzig, in: Corona-Monitor 2021 (Hg.): Corona und Gesellschaft. Soziale Kämpfe in der Pandemie. Mandelbaum, kritik & utopie, Wien...
Am 26. September 2021 wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Zur Wahl zugelassen sind in Sachsen insgesamt 22 Parteien, darunter mehrere der extremen Rechten wie die AfD, Der III. Weg und die NPD sowie die aus dem Spektrum von...
Die Dokumentationsplattform chronik.LE dokumentiert einen Redebeitrag der Israelin Coral Guter, den sie am 21. Mai bei der Kundgebung "Schalom – Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Leipzig“ vor dem Neuen Rathaus in Leipzig gehalten hat....
Am Freitag, den 12. März sprach der Vorsitzende Richter Jens Kaden das Urteil in einem außergewöhnlichen Verfahren. Nach sechs Prozesstagen befand er Philipp Sch., einem ausgebildeten Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) für schuldig, gegen das...
Ende September 2020 wird die Telegramgruppe „Freiheitsboten_Nordsachsen_Torgau_Delitzsch_Oschatz“ gegründet, in der der Protest gegen die Corona-Hygienemaßnahmen befördert wird. Inhaber ist der AfD-Stadtrat Ralph Olenizak aus Mügeln. Nach kürzester...
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