Dossiers

An dieser Stelle finden Sie längere Überblickartikel zu einzelnen Schwerpunktthemen der chronik.LE, welche nach und nach ergänzt und aktualisiert werden. Diese Dossiers ergeben sich teilweise aus den Problem-Schwerpunkten, die sich im Laufe der Dokumentation ergeben. Darüber hinaus bieten Sie aber auch Platz zur Beschreibung diskriminierender gesellschaftlicher Zustände, die sich nicht anhand spezifischer Ereignisse aufzeigen lassen, und somit in der Ereignischronik zuwenig berücksichtigt werden.

Waffenarsenal in Nordsachsen

Text

Am Freitag, den 12. März sprach der Vorsitzende Richter Jens Kaden das Urteil in einem außergewöhnlichen Verfahren. Nach sechs Prozesstagen befand er Philipp Sch., einem ausgebildeten Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) für schuldig, gegen das Waffen-, Sprengstoff und Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. Kaden verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte dagegen mit Verweis auf das Geständnis des Angeklagten für eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten.

Der Mügelner AfD-Stadtrat Ralph Olenizak und die „Freiheitsboten Nordsachsen“

Text

Ende September 2020 wird die Telegramgruppe „Freiheitsboten_Nordsachsen_Torgau_Delitzsch_Oschatz“ gegründet, in der der Protest gegen die Corona-Hygienemaßnahmen befördert wird. Inhaber ist der AfD-Stadtrat Ralph Olenizak aus Mügeln. Nach kürzester Zeit werden in der Gruppe verschwörungsideologische Inhalte, Nazi-Propaganda bis hin zu offenem Antisemitismus geteilt. Weder für die Mitglieder noch für den Inhaber Olenizak scheint das ein Problem zu sein.

»Antisexistische Arbeit ist in erster Linie auch ganz viel frustrierende Arbeit«. Zum Umgang mit sexueller Gewalt und Sexismus in der linken Szene

Text

Am 7. Januar 2020 laden Journalist*innen von „Funk“, dem jungen Angebot der ARD, eine Reportage ins Netz: „Spannervideos: Wer filmt Frauen auf Toiletten?“. Darin deckt die Journalistin Patrizia Schlosser die Geschichte eines Mannes auf, der heimlich FLINT-Personen [1] auf Dixi-Toiletten filmt. Schnell wird klar, dass die Filmaufnahmen von „Monis Rache“ stammen, einem Festival mit feministischem Anspruch, das viele Leipziger_innen besuchen, und dass der Täter in einem linken Leipziger Hausprojekt lebt. Nach dem ersten Schock versucht die Szene einen Umgang zu finden.

Rassismus

2015 / Eine Chronik der letzten sechs Monate

Rassismus

Eine Chronik gruppenbezogen-menschenfeindlicher Ereignisse und Gewalttaten, die in Zusammenhang mit asylfeindlichen Protesten stehen. Die Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Einsendungen sind über das Feld "Ereignis melden" möglich.

Jahr 2015

15.7. / Böhlen

An zwei Tagen in Folge wurde auf das Asylbewerberheim in Böhlen geschossen. Teile der Fassade und eine Fensterscheibe gehen dabei kaputt.
Das OAZ übernahm die Ermittlungen.

Link zum chronik.LE-Artikel

25.8. / Leipzig

Eine vermummte Person verübte einen Brandanschlag auf die noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Stötteritz. Der Mann warf in der Nacht einen Molotow-Cocktail ins Gebäude.

Organisierter Neonazismus

2015 / Eine Chronik der letzten sechs Monate

Rassismus

Eine Chronik gruppenbezogen-menschenfeindlicher Ereignisse und Gewalttaten, die in Zusammenhang mit asylfeindlichen Protesten stehen. Die Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Einsendungen sind über das Feld "Ereignis melden" möglich.

Jahr 2015

15.7. / Böhlen

An zwei Tagen in Folge wurde auf das Asylbewerberheim in Böhlen geschossen. Teile der Fassade und eine Fensterscheibe gehen dabei kaputt.
Das OAZ übernahm die Ermittlungen.

Link zum chronik.LE-Artikel

25.8. / Leipzig

Eine vermummte Person verübte einen Brandanschlag auf die noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Stötteritz. Der Mann warf in der Nacht einen Molotow-Cocktail ins Gebäude.

Geschichtsrevisionismus

Sexismus

Sexismus muss sichtbar gemacht werden. (Selbst-)Kritik des Unsichtbarlassens sexistischer Diskriminierungen.

Sexismus

chronik.LE hat im Mai 2009 die Broschüre Leipziger Zustände, in der sich verschiedene Autor_innen und Projekte mit dem Thema Diskriminierung beschäftigen, veröffentlicht. Die Redaktion der Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik - outside the box schrieb in der Broschüre einen Text zur Schwierigkeit, sexistische Normalzustände zu dokumentieren. Mit folgendem Text, erschienen in der ersten Ausgabe der outside the box Dezember 2009, greift die chronik.LE-Redaktion diese Diskussion wieder auf.

Fußball und Diskriminierung

„Leipziger Tradition"

Neonazismus

Neonazis in der Fanszene des 1. FC Lok Leipzig

Kaum ein Begriff wird von Fußballfans so überladen wie der der Tradition. Traditon ist da per se etwas gutes, Tradition wird von den Fans hochgehalten. Am 31. Oktober 2012 gab es ein "Derby der Traditionsteams", wie der MDR zu berichten wusste. Gemeint war das Spiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen den 1. FC Magdeburg. Die Fans der Vereine verbindet eine traditionelle Abneigung. Solche Spiele haben für aktive Fans immer eine besondere Bedeutung. Hier wird sich nicht nur auf dem Platz gemessen, sondern auch auf den Rängen. Doch während die gastgebende Lok das Spiel auf dem Feld gewinnt, herrscht auf den Rängen eher Tristesse. Nur etwa 300 der 2.500 Lokfans machen die Stimmung, ihre Sprüche und Gesänge sind im besten Fall einfallslos, gern martialisch. Der Gegner aus Magdeburg wird von jenen Fans mehrfach mit dem Begriff "Asylanten" belegt, was in dem Fall wohl eine Beleidigung sein soll.

Weitere Dossiers

Der Tod eines Obdachlosen

Weitere Dossiers

Junge Männer treten im sächsischen Oschatz den Obdachlosen André K. zu Tode. Ob rechter Hass das Motiv war, hat die Staatsanwaltschaft nicht ermittelt

Von Michael Kraske

Nicht mal ein Foto ist von André K. geblieben. Als hätte es ihn nie gegeben. Das Wartehäuschen am Südbahnhof im kleinen Oschatz mitten in Sachsen, wo sich der 50-Jährige am Abend des 26. Mai schlafen gelegt hatte, ist neu gestrichen. Die Bank, auf der er mit einem Tritt geweckt wurde, ist entfernt worden. Müll liegt rum. Kein Kranz, keine Tafel erinnern daran, dass junge Männer ihn hier so lange traten, bis er sich nicht mehr rührte.

Dass sie André K. blutend zurück ließen, mit zertrümmertem Gesicht und gebrochenen Rippen. In einem Leipziger Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen. Die Tat erscheint anlasslos, die Täter so mitleidlos, dass eine Frage bleibt: Warum?