AdPM-Demonstration darf wieder nicht nach Connewitz

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5.

Juni
2019
Mittwoch

Nachdem die AfD-Abspaltung "Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland" (AdPM) bereits im Februar und im Mai in Connewitz demonstrieren wollte kündigt sie eine erneute Demonstration im Stadtteil an. Anlass ist dabei die Postadresse der lokalen Roten Hilfe welche im Projekt- und Abgeordnetenbüro Lixxnet zu finden ist. In wilder Fantasie wird davon gesprochen, dass ein "gewalttätiger linker Mob" in Leipzig-Connewitz regieren würde.

Wie bei den beiden vorangegangenen Aufmarschversuchen wird die Kundgebung verlegt und darf nicht in Connewitz stattfinden. Veranstaltungsort ist zum zweiten Mal der Simsonplatz vor dem Bundesverwaltungsgericht. Das Leipziger Verwaltungsgericht bestätigte die Verlegung, äußerte allerdings Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Bescheids der Stadt Leipzig.

Neben dem Parteivorsitzenden Andre Poggenburg sind der sächsische Landesvorsitzende Egbert Ermer (Listenplatz 1 sächsische Landtagswahl, Ex-Vorsitzender AfD Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Benjamin Przybylla (Listenplatz 2 sächsische Landtagswahl) sowie mehrere von vergangenen rechten Demonstrationen in Leipzig bekannte AkteurInnen wie Jörg Hoyer (Legida) und "Heidi" (OfD) auf der Kundgebung anwesend. Insgesamt bringt es die Kundgebung damit dennoch lediglich auf 25 Teilnehmende.

Die Kundgebung beginnt mit einiger Verspätung und wird nach kurzer Zeit unterbrochen - der Gegenprotest ist zu laut. Neben dem sächsischen Landesvorsitzenden Egbert Ermer sprechen Andre Poggenburg und Jörg Hoyer.

Einleitende Worte kommen von Egbert Ermer welcher sichtlich vom lauten Gegenprotest abgelenkt ist. Laut ihm bräuchte es mutige Bürger, die die "roten Ratten dorthin jagen wo sie hingehören - in ihre Löcher." Den Spruch gibt es auch als gedrucktes Plakat. Laut Ermer seien die Gegenprotestierenden die wahren Faschisten.

Der Redner Jörg Hoyer, welcher in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Legida auf der Bühne stand, spricht mit Blick auf die Verlegung aus Connewitz und den Gegegnprotest davon, dass der Tag kommen werde, "an dem wir eine Ungezieferbekämpfung durchführen“. Bereits nach kurzer Zeit wendet er sich empört an den Gegenprotest und fordert diesen auf leiser zu sein. Nach einigen Worten über die fehlende deutsche Verfassung und die deutsche Volksgemeinschaft unterbricht Ermer die Rede und pausiert die Kundgebung aufgrund der Lautstärke des Gegenprotestes. Hoyer spricht mit Blick auf den Gegenprotest davon, dass der Tag kommen wird, an dem noch ein paar Laternenpfähle gebraucht werden. Dieser deutliche Androhung der Aufhängung politischer Gegner_innen wird von poggenburg schnell kommentiert: natürlich bräuchte mal die Laternen um AdPM-Plakate aufzuhängen. Gegen Ende der Rede von Hoyer greift "OfD-Heidi" in das Geschehen ein und bezichtigt Hoyer für den Niedergang von Legida zuständig gewesen zu sein.

Egbert Ermer, sprach in seiner Rede auf der Kundgebung von einer "Rattenburg", in die sie nicht gelassen wurden und droht, eine "kleine Ungeziefersäuberung durchführen" zu wollen. Die Leipziger Internetzeitung schreibt dazu treffend: "Solche sprachlichen NS-Anleihen kannte man bereits von der Kundgebung am 1. Mai."

Weiterhin spricht Andre Poggenburg und äußert sich auch schwerpunktmäßig über die politischen Gegner_innen.

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