Antisemitische Tendenzen auf der Palästina-Demo?

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17.

Mai
2021
Montag

Nach einer antisemitischen Demonstration am vergangenen Samstag in der Leipziger Innenstadt äußert sich eine der Organisator_innen gegenüber der LVZ. Der Kern ihrer Botschaft ist die Zurückweisung von Antisemitismus - hierbei teilt sie jedoch selbst antisemitische Ressentiments. So bezeichnet sie Israel als Apartheids-Regime, dabei ist Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten. Neben Juden_Jüdinnen haben hier auch andere Menschen Staatsbürger_innenrechte. Der Bezeichnung als Apartheids-Regime und damit der historische Vergleich zu Südafrika ist somit falsch und dämonisiert den Staat Israel. Die Organisatorin fordert weiterhin "die Kriminalisierung der BDS-Kampagne zu beenden“. BDS steht für boycott, divestment und sanctions und ist eine internationale, in der Stoßrichtung antisemitische, Kampagne (Hintergrundinfos bei der Bundeszentrale für politische Bildung 2021).
Weiterhin äußert sie: "Ich bin dafür, dass es einen Staat für alle Menschen vom Mittelmeer bis zum Jordan gibt. Gleiche Menschen- und Bürgerrechte für alle Menschen, die dort leben.“ Diese harmlos klingende Forderung spricht jedoch dem Staat Israel das Existenzrecht ab. Immer wieder ist auf ähnlichen Kundgebungen die Parole "from the rive to the see - palestine will be free" zu hören oder auf Transparenten zu sehen - gemeint ist damit ein Staat ohne Juden_Jüdinnen vom Jordan bis zum Mittelmeer.

Quelle: 

LVZ-online vom 17.05.2021: Demo-Organisatorin nennt Israel-Fahnen „menschenverachtend“